"Das Leben ohne Worte zu betrachten, bedeutet nicht den Verlust der Fähigkeit, Worte formen zu können, zu denken, zu erinnern, und zu planen. Zu schweigen heißt nicht, daß du das Sprechen verloren hast. Im Gegenteil, nur durch Schweigen kannst du etwas Neues finden, worüber du reden kannst. (...) Gewiß muß der revolutionäre Denker über die Gedanken hinausgehen. Er weiß, daß ihm seine besten Ideen kommen, wenn er zu denken aufgehört hat. (...) Werkzeuge wie ... das der Sprache und des Denkens sind für den Menschen nur dann von wirklichem Nutzen, wenn diese wach sind - nicht in einem Traumland von Vergangenheit und Zukunft verloren, sondern in engster Fühlung mit dem Zeitpunkt der Erfahrung, in dem die Wirklichkeit allein entdeckt werden kann: dem gegenwärtigen Augenblick. Dort ist das Leben lebendig, vibrierend, anschaulich und gegenwärtig. Dort enthält es Tiefen, die wir kaum zu erforschen begonnen haben." Alan Watts, in: WEISHEIT DES UNGESICHERTEN LEBENS
(1951), Auszug aus dem Kapitel "DER WUNDERBARE AUGENBLICK"