Das neue englische Poem "to go" von Ernest Otto Friedell "RESISTANT RESISTANCE" jetzt als kostenlose SMS-Version hier: www.PoemToGo.de
61 ausgewählte Ultrakurzgedichte 1988-2012 - einzige definitorische Bedingung zur Aufnahme ins SMS-taugliche Genre: max. 8 Zeilen mit jeweils max. 8 Wörtern! DAS ULTIMATIVE ULTRAKURZGEDICHT BESTEHT AUS EXAKT 3 WÖRTERN, ALLES DARUNTER IST NUR EIN MANTRA, ALLES DARÜBER ANGEBLICH* NUR WIEDERHOLUNG...
"In der Stille gab es keine Bilder mehr und alle Worte, die das erklären wollen, sind mißverständlich. Da war kein Gott. Da war nur Unendlichkeit."
Willigis Jäger, in WIEDERKEHR DER MYSTIK
- DAS EWIGE IM JETZT ERFAHREN (2004)
Anhand meiner chronologisch präsentierten Ultrakurzgedichte lässt sich leicht nachvollziehen, wie sehr mich die Locherfahrung am 5.5.1989 völlig unerwartet überrumpelte: DADURCH waren zwar die sogenannten "religiösen" (übersinnlichen) Fragen für immer überwunden, aber das Eintauchen in die Unendlichkeit (oder besser: das Auftauchen aus dem psychoiden Sumpf des verzweifelt Suchenden) als transdualistische Totalleere UND Totalfülle gleichermaßen (vergleichbar mit der scheinparadoxen Weltsicht der Quantenphysik, daß die Materie sich SOWOHL wie eine Welle ALS AUCH ein Teilchen verhält) brachte meiner Seele eben keine Ruhe AUßERHALB der "sinnlich erfahrbaren" Wirklichkeit, sondern eher eine quasi-taoistische Dauerkrise: das Schlachtfeld meines Geistes verlagerte sich DANACH aus der abstrakt-metaphysischen Flucht direkt hinein in die "unausweichlich" konkrete Wirklichkeit selbst, die nun als RESTLOS (&) OFFEN empfunden wurde. Eine derartig GNADENLOSE Antwort auf meine esoterische Sinnsuche hatte ich BEILEIBE (statt "weiß Gott") nicht erwartet, und so brauchte ich einige Jahre, um mich an diese völlig neue Sicht "auf" die Dinge als SINNLichtigkeit DURCH DIE DINGE zu gewöhnen. Und sogar heutzutage muß ich mich manchmal noch vor der zu tiefen, plastischen Erinnerung an meinen desaströsen Zustand vor der Locherfahrung schütZEN, um nicht in den Hirnkrampfstrudel der dualistischen Zerreißprobe hinabgerissen zu werden. Es ging mir also niemals um "Literatur" sondern bloß um die seelische Bewältigung des Seinsschocks, der aus der eigenartig unsprachlichen Seinsfühlung resultierte. Der "Zeitgeist" wollte es aber, daß ich als Dichter in der Öffentlichkeit auftrat und einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte. Das begann allerdings nicht in der eigentlichen Lyrikszene (auch die Beteiligung an der SocialBeat-Bewegung war nur eine nebensächliche Folgeerscheinung am Rande meiner wahren Probleme) sondern mit einer Lesung an der Pädagogischen Fakultät der Universität Köln während der Studentenunruhen im Winter 1989/90, als ich den sogenannten ersten "Freien Prophessor" der AlbertA MagnA Uni spielte: bei dieser ersten öffentlichen Lesung im Rahmen einer politisch motivierten Party bemerkte ich, daß meine jugendliche Schüchternheit auf der Bühne verschwand und kein Lampenfieber mich davon abhalten konnte, den Sprung auf die Bühne zu wagen! Seitdem wurde das Dichterkostüm zu meiner zweiten Haut...
gez. Tom Holzapfel alias Tom de Toys
(Berlin, den 23.10.2011, 6-8h morgens)
Diese biografische Notiz ist mit den besten Wünschen für ihren ganz eigenen kreativen Weg allen Schülern von langweiligen Deutschunterrichten und Studenten von betriebsblinden Universitätsseminaren gewidmet...
HÖRTIP für kleine & große Revoluzzer: "ÜBERGAR(ANTIE)"
EWIGKEIT IST ÜBERALL
ÜBERALL IST ÜBERALL
SOVIEL LUFT IM GANZEN
KÖRPER SOVIEL KÖRPER
IN DER LUFT DIE
BERÜHRUNG ZÄHLT DIE
MITTE UNSER UMFELD
BLOß DIE SCHRITTE
Tom de Toys, Sommer 1988
Tod
Auf goldner Orgie
Verfault
Der letzte Schrei
Vom grünen Himmel
Braun erdrückt
In grauen Glocken
Ohne Echo
Kalte Kirche
Tom de Toys, Ur-E.S., Dezember 1988
Stromschlag
Im schwarzen Blut
Der Augen aus runden Wörtern
Berühren wir
Die leuchtenden Lippen unsrer Gedanken
Um für einen hellblauen Blick
Gezähmte Zungen zu wagen
Tom de Toys, 1989
KNOTEN
einmal eins
und zweimal zwei
manchmal keins
und drei
und vier
und immer mehr
und hin und her
und in der zeit
wird beides leer
Tom de Toys, 26.6.1989
ZWEIFEL
Ich bin
Weder Frage noch Antwort
Zwischen Zorn und Demut
Treibt der Tanz
Durch runde Rätsel
Tom de Toys, 27.6.1989
WOZU
Roter Römer
Gleichgültig erwacht
Zwischen Formen und Frieden
Wo faules Fleisch
Den Willen verlacht
Tom de Toys, 8.7.1989
TUNNEL
Weg vom Blau
Der Nebel weicht
Im tanzenden Rot
Dem Licht
Entgegen
Bis es reicht
Tom de Toys, 4.8.1989
NARREN
heilige Worte von zerbissenen Mündern
durchdringen die Wahrheit nie
können sie schweigen
um lange zu leben
bedarf es mehr
als Dich
Tom de Toys, 1989
SEIN
was nicht kommt
und was nicht geht
was einfach ist
und doch nicht steht
da bin ich
wie du
verwundert und froh
man muß mitspielen
so oder so
Tom de Toys, 13.8.1989
SINN
Ich wende mich
Zu Dir
Weil wir sind
Tom de Toys, 14.8.1989
LEBEN
Zwischen der Luft
Ist nichts
Und doch atme ich
Beides
Als sei es eins
Tom de Toys, 1989
GLAUBE
alles
voll sowohl wie leer
ist sowieso
gelebt
viel mehr
Tom de Toys, 1989
LICHT
Wenn es
Eins sowohl wie Zwei
Waren wir
In Gedanken
Schon vorbei
Tom de Toys, 1989
KÖRPER
Ich bäume mich auf
Unendliches Grün
Mit Wurzeln so tief wie
Mein Herz
Und Ästen so weit wie
Die Seele
Tom de Toys, 1989
GLÜCK
Jeden Tag
Im Fluß des Seins
Gefährlich
Schön
Und lustig
Tom de Toys, 1989
NEBENMENSCH
in langeweile
frisch verliebt
solange du
mich willst
fremder
freund
Tom de Toys, 18.1.1990, 21:45 Uhr
URSCHREI
Wo Sonne und Mond
Zusammenlaufen
Schenken wir
Der gläsernen Welt
Ein Wort
Tom de Toys, 1990
BETRUG
es gibt keinen tod
nur den weg
seiner geburt
nennt man
leben
Tom de Toys, 1990
FREUNDE
schmerzlos
kämpfen wir
um unsere liebe
Tom de Toys, 1990
DOPPELLEBEN
Mitten im System
Zu Spielen verdammt
Weil die Stille
Noch in uns
Vor lauter Angst
Wie damals
Schweigt
Tom de Toys, 1990
KULTUR
kühlschränke voll plastik.
fernseher voll krieg.
köpfe voll gummi.
und mein herz -
schreit nach dir.
Tom de Toys, 1990
DIE PARADOXIE DER REFLEXION
ich
bin
sprachlos
Tom de Toys, 7.1.1991
SATZIMMANENZ
ich
wiederhole
mich
Tom de Toys, 7.1.1991
BEGEGNUNG
In der Straßenbahn
Und durch den Lärm
Füllt mich ein Stück Brot
Mit dick Honig
Aus
Tom de Toys, 1991
VERLUST DER LÜGE
was bleibt übrig
wenn die dinge gehen
was bleibt mir
wenn die welt sich dreht
ich
mit dir und dir und dir
und jeder kuß
den der wind uns weht
Tom de Toys, 7.-11.5.1991
NACHFRAGE
ich vergaß
den grund
warum
ich bilder
malte
Tom de Toys, 14.5.1991
KNACKPUNKT
treffen sich
zwei menschen
dort
wo beide vorbei
wollen
Tom de Toys, 29.2.1992
SCHALLTAG
Blauer Himmel
Sonnenschein
Wir beide
Unterwegs
Zum Supermarkt
Ich liebe diese
Deutsche Idylle
Tom de Toys, 1992
SEINSZEIT
alles
ist anders
als ich
bin nicht
Tom de Toys, 28.5.1992
TÜMPEL
Keine Fische
Frösche
Wasserblüten
Vögel plantschen
Eine Libelle kurvt
Mir ins Gemüt
Tom de Toys, 1992
DAS LIEBESGEDICHT
oh
oh oh oh
o oh
oooooo
ohhhhhhhhh
Tom de Toys, 1.1.1993
LOSE WORTE
wohin fallen
die blätter im herbst
wenn keiner sie kennt
bloß beim namen nennt
ich schweige zurück
der winter naht
die erblast brennt
Tom de Toys, 23./24.4.1994
EIN DOITSCHES KOAN: 100°C
eine wassermurmel
kullert über
den rand der
unendlichen
spirale sich
ins offene
lichtgefühl
wärmend
Tom de Toys, 19./20.7.1996
ECHTUNG
auf allen ebenen
treibt saynsgefühl
als ichersatz
tanzt freie sprache
durch die körperteile
wenn ich
überall verweile
meine wunde heile
Tom de Toys, 9.3.1997,
gewidmet Antonin Artaud
24.JANUAR 1947-97
mit fremden
augen
durchs geheiligte
theater schauen
zeiten schmelzen
in der seele
tapfer bleiben
Tom de Toys, 17./18.6.1997
D.A.S.
(DIE ALLGEMEINE SACHE)
es gibt kein ich
es gibt kein du
es gibt kein es
kein dich und mich
es gibt nur alles
das ist alles
T.ex.T., "AQUARIA" Teil III, 30.5.1998, 16 ur
FINDE DEN FISCH
finde den
fisch
in deinem
herz
und gib
ihm als name
den letzten
schmerz
T.ex.T., "AQUARIA" Teil IV, 30.5.1998, 16 ur
BEFRUCHTE DEN OZEAN
befruchte den
ozean
in deinem
kopf
vergrab
ihn zur not
im lustvollen
kelch
T.ex.T., "AQUARIA" Teil V, 31.5.1998, 18 ur
SONNENDURCHFLUTETER
sonnendurchfluteter
ozean ruht
im unvorstellbar offenen
der strandgespülten
lichtblasen toter
fische treiben noch
als gräten zwischen gräsern
unserer stromschnelligkeit
Victor Virglich, TV1-Nr.00, 23.7.1998
SIEG
du kommst wenn
ich mit allem
rechne außer dir
und bleibst
als wäre ich
nie ohne
dich gewesen
Victor Virglich, TV1-Nr.23, 21.E.S., 27.10.1998
ÜBERFLIEGER
zwischen zwei
welten licht
schützendes wolkenmeer
gelenkt und
sonnendurchflutet
Victor Virglich, TV1-Nr.36, 17.1.1999
SÜNDE
ich glaube an uns
weil wir leben
nichts ist sicherer
als jeder atemzug
der mich mit dir
verbindet wie ein
ferner kuß
T.ex.T., 16.9.1999
(Doppelzyklus mit HEL ToussainT)
THELOM 1
mehr als fünf gedichte
haben keinen überlebt
sagt herr duchamp als
er von bildern sprach
der rest wird bloß
herbeigesteuert
Hugo Haylsam Nr.3, 30.E.S., 22.10.2000
ÜBERLEUCHTER
(C: DAS LEERE KLAMMERN)
kernlos atmen
hirne durch die hohlen
körper glüht
das kosmische
lichtkarussell
Hugo Haylsam Nr.14, 23.2.2001
(LILA-Exkursion mit Colégio Humboldt)
ÜBER(BO)T(AN)ICK
(N: DAS LEERE KNISTERN)
gelbe schmetterlinge
und lila libellen
wenn ich euch besinge
sollen seelen
aufhellen
Winfried Wandler Nr.2, 11.3.2001
(im Rückflug von São Paulo nach Paris)
ÜBERTAKT
unendlich stilles
staunen
zwischen regen und regen
durch lichtwolken schweben
und schnell gelandet
Tom de Toys, 16.-19.12.2002
ÜBERSCHLAG
zwischen nebelschwaden
stolpern
ungezähmte augenhöhlen
schmerzbefreit
gealtert
Tom de Toys, 24.12.2002
WIEDERHOHLUNG
ich hohle
mich wieder
ein und aus
Tom de Toys, 26.10.2003
D.I.S.
(DIGITALES IDENTITÄTSSPIEL)
alle bilder
wieder gelöscht
die gegenwart kann
hier und jetzt
beginnen
Tom de Toys, 29.1.2004
DOPPeLTe UNeNDLICHKeIT
ein urknall und
ein weiterer
vereinen sich
in unsichtbaren
mündern
Tom de Toys, 33.E.S., 13.3.2004
UNHEiMLiCH STiLL UND WEiSE
jede bewegung
ein kuß jeder moment
ein gefühl jeder sonnenstrahl
frieden jeder planet
drum herum jeder blick
zwischen uns jedes ziel
ohne ziel
Tom de Toys, 2.11.2004
ÜBERALL(EE)
alles geschieht /
in einem augenblick /
die ganze welt ist /
groß und /
bunt //
Tom de Toys, 23.8.2005
INDIVIDUaLIEN
genmanipulierte gehirne zersägen
die eigenen knochen
um mit ihrem veränderten
körperbau anders zu lieben
als ihre klonstruktur
vorschreibt
Tom de Toys, 12.10.2008
TREFFPUNKT ERDE
auf halber strecke
zwischen gleich und gestern
sonnenuntergang bei vollmond
neuigkeiten
für die satellitenseelen
wir sind angekOMmen
wir sind da
Tom de Toys, 19.10.2011
ACHTUNG
(ENGEL BEFAHLEN ZU SCHREIBEN)
JEDES ICH
BEANTWORTET
SICH SELBST
das milde
& das wilde
kopulieren
zeitlos
im himmel
Tom de Toys, 24.+25.4.2012
(gewidmet Visionären wie Luc Besson & gegen Luxusrentner)
10.REALITÄT
(KYBERNETISCH-PRISMATISCHES AUFWACHEN)
ohne kleider tanzt der neue mensch
mit hohler seele weit geöffnet
durch das leben wie ein glasraumschiff
aus allen elementen angereichert von der morgensonne
dankbar für die grenzenlosen sinne
um der paradiesischen gefahr
mit einem lächeln zu begegnen
das sich in den leeren dingen spiegelt
3SMS-VERSION: TdeT, 24.+25.4.2012 (gewidmet Visionären wie Luc Besson & gegen Luxusrentner): "10.REALITÄT (KYBERNETISCH-PRISMATISCHES
AUFWACHEN)"= ohne kleider tanzt der neue mensch / mit hohler seele weit geöffnet / durch das leben wie ein glasraumschiff / aus allen elementen angereichert von der morgensonne / dankbar für die
grenzenlosen sinne / um der paradiesischen gefahr / mit einem lächeln zu begegnen / das sich in den leeren dingen spiegelt // (c) LyrikToGo.de
Tom de Toys, 4.5.2012
AUSZEIT XXL
jeder park ist schon
dem vakuum nahe die wiese
erstrahlt saftig grün
weil ich hinschaue
mit unserer sonne lässt
sich nicht pokern mit dem
bewußtsein ist es
so eine sache
2SMS-VERSION: De Toys, 4.5.2012: "AUSZEIT XXL" => jeder park ist schon / dem vakuum nahe die wiese / erstrahlt saftig grün / weil ich
hinschaue / mit unserer sonne lässt / sich nicht pokern mit dem / bewußtsein ist es / so eine sache // (c) G&GN-INSTITUT @ ZenToGo.de & LyrikToGo.de *POWERED BY TRADEMARK
PoemieTM*
* De Toys vertritt innerhalb seiner transrealistischen Poetologie einer Direkten Dichtung die Hypothese, daß ein Text mit weniger als drei Wörtern "nur als Mantra gelten" könne (z.B. das in der Religion häufig verwendete "ICH BIN"), während "ein echtes Gedicht aus mindestens drei Wörtern" bestehen müsse, wobei darüber hinaus "oftmals jedes weitere Wort nur eine Wiederholung auf anderen Ebenen und daher eigentlich nicht notwendig" sei. Inspirierte Sprache würde deshalb zwischen den Extremen der mystischen Reduktion (bis ins Kryptische) einerseits und der metaphorischen Ritualisierung (bis ins Kitschige) andererseits schwanken, so daß es einer "Gratwanderung auf der vibrierenden Mitte" gleiche, um die richtige Menge an Wörtern zu finden, die das "sich gebärende Gedicht" benötigt...