"Wir sind mittendrin - im Sein, im Mysterium. Spiritualität der Immanenz: Alles ist da,und das nennt man Universum."
André Comte-Sponville, in: WORAN GLAUBT EIN ATHEIST? (2006)
"Auch heute noch blickt der Realist nur nach außen und ist sich nicht bewußt, ein Spiegel zu sein. Auch heute noch blickt der Idealist nur in den Spiegel und
kehrt der realen Außenwelt den Rücken zu. Die Blickrichtung beider verhindert sie zu sehen, daß der Spiegel eine nicht spiegelnde Rückseite hat, eine Seite, die ihn in eine Reihe mit den realen
Dingen stellt, die er spiegelt: Der physiologische Apparat, dessen Leistung im Erkennen der wirklichen Welt besteht, ist nicht weniger wirklich als sie."
Konrad Lorenz, in: DIE RÜCKSEITE DES SPIEGELS (1973)
"Jeder Mensch steht als autopoietisches System allein auf der Welt. Wir wollen jedoch nicht beklagen, daß wir in einer subjektabhängigen Realität existieren
müssen. Auf diese Weise ist das Leben interessanter, denn die einzige Transzendenz unserer individuellen Einsamkeit, die wir erfahren können, entsteht durch die konsensuelle Realität, die wir mit
anderen schaffen, d.h. durch die Liebe zueinander."
H.R.Maturana, in:
BIOLOGY OF LANGUAGE: THE EPISTEMOLOGY OF REALITY (1978)
"...Wunder gibt es nicht. Was wir Wunder nennen, ist das Ergebnis der Wirksamkeit von Gesetzen, die wir noch nicht
kennen."
Prentice Mulford, in: DER UNENDLICHE GEIST DES GUTEN (1886)
"Auch ist nichts Mystisches oder Übernatürliches in der Natur vorhanden – was nicht bedeutet, daß wir mit unserem Gehirn
alles verstehen können. Es liegt aber soviel Wunderbares – für uns offen oder noch versteckt – in der Natur, daß schon dadurch unsere Ehrfurcht davor geweckt wird."
Christian Holzapfel, in:
EINE KLEINE GESCHICHTE DES ELEKTRONS (2005)
Tom de Toys, 12.10.2011 (SMS 18:31h & 19:06h)
KRITIK DER MATERIALISTISCHEN SPIRITUALITÄT
(PLÄDOYER FÜR ARATIONAL-ATHEISTISCHE ESOTERIKER)
Religiosität & Spiritualität finden sich in manch "wissenschaftlich" getarntem Artikel zwar gern voneinander "modern"
unterschieden, aber bloß um subtil sensationistisch zu verschleiern, daß beide Gebiete sehr ähnlich emotional-materialistisch definiert werden! Die Anhänger beider Tendenzen suchen nach
SINNVOLLEN, EINHEITLICHEN UND HARMONISCHEN Erklärungen + Begründungen für ihre Existenz, an die sie sich klammern können. Beide benötigen einen GRUND für das
Sein, an den sie GLAUBEN wollen, um mit dem Leben "fertig" zu werden. Aber genau dieses psychomaterielle UNVERMÖGEN ZUR GRUNDLOSIGKEIT vernachlässigt eben
das, was den Gegensatz ausmacht: der GLÄUBIGE braucht einen Inhalt, der GRUNDLOSE keinen - sondern nur seine "Grundlose Inwesenheit" ! Die ontisch-esoterische Inwesenheit statt der okkult-exoterischen Inhalte...
IDEALISTEN glauben letztlich, daß alle meßßbare materie nur schleier, schein, abglanz von etwas höherem/tieferen sei und darum nicht "absolut" wahr. REALISTEN
glauben dagegen, daß nur das grobsinnlich meßßbare "echt" sei. Der transrealist überwindet mit seinem SOJETISMUS
(Subjektiv-Objektiv-Jeweils-Jetzt) BEIDE reduktionistischen positionen, weil er alles erfahrbare als "relativ-objektiv" absolut echt empfindet, aber auch subjektiv nicht-erfahrbare
strukturen als real-existentes potenzial der spektralen gesamtwahrheit würdigt. Dadurch kann er die welt knallhart sachlich interpretieren & bleibt
trotzdem undogmatisch offen für verborgene aspekte der wirklichkeit, die sich noch offenbaren müssen! Zum beispiel sieht der mensch infrarot nicht direkt-organisch, aber akzeptiert, daß es diesen wellenbereich "an (und für) sich" gibt. Der idealist würde das als neue (satanische) illusion abtun, während der
realist dann zur pathetischen technokratie neigt - und schlimmstenfalls sogar eine elitäre infrarotsekte
gründet, um das implantieren von infrarot-neurochips zu verherrlichen und seinen chipguru anzubeten, der ihm die neueste sektenwerbung DIREKTDIGITAL DRAHTLOS AUF DEN NEURONALEN MONITOR speist!
"Wie es in der Netzhaut Myriaden kleiner Nervenendungen gibt, so sind wir die Nervenenden des Universums. (...) Die Struktur Ihres Nervensystems ist
ausschlaggebend dafür, welche Welt Sie sehen. Mit anderen Worten: In einer Welt ohne Augen wäre die Sonne kein Licht. In einer Welt ohne taktile Nervenenden wäre das Feuer nicht heiß. In einer
Welt ohne Muskeln wären Felsen nicht schwer, und in einer Welt ohne weiche Haut wären Steine nicht hart. Sie sehen: Alles ist beziehungsweise."
Alan Watts 1973, entnommen aus der Nachschrift seines letzten Seminars SPIELEN UND ÜBERLEBEN, veröffentlicht in: LEBEN IST JETZT (THE WAY OF LIBERATION),
Hrsg. von Mark Watts 1983