Das Ur-Lochgebet "VOM SELBST ZUM SEIN" mit den mystischen Zeilen "(...) lande ich wieder auf derselben seite / weil es keine andere gibt / nur leuchtet mir das ganze jetzt / als unendlich große antwort (...)" schrieb De Toys bereits 1990 im Café des Kölner Ludwig Museums unter dem Arbeitstitel "Schwanengesang". Dieser Tag ist insofern doppelt legendär, denn hier sah er zum ersten Male seine spätere Muse "UTE UFERLOS", der sein gleichnamiger 101-teiliger Zyklus von 1993 gewidmet ist.
"Nun ist es nicht so, daß ich die Welt einfach betrachte oder ihr gegenüberstehe; ich verstehe sie unmittelbar, indem ich sie fortwährend in mich selbst
umwandle. Alles, was mich umgibt, ja die ganze Unendlichkeit des Raumes empfinde ich nicht länger als außerhalb von mir, sondern in meiner Mitte. (...) Der Organismus und sein Umfeld bilden ein
gemeinsames, integriertes Handlungsmuster, in welchem weder Subjekt noch Objekt existiert, weder Täter noch Opfer."
Alan Watts, in: KOSMOLOGIE DER FREUDE (1962)
Tom Toys, 8.10.1990
VOM SELBST ZUM SEIN
[TRANSRELIGIÖSES URGEBET FÜR DAS 23.JHD.]
wenn ich von weit draußen heimkehre
erfolglos bei der sucht nach Sinn
und durch DAS WINDLOCH
IN DER MITTE EINES SPIEGELS springe
wo wirklich alles klitzeklein verendet
lande ich wieder auf derselben seite
weil es keine andere gibt
nur leuchtet mir das ganze jetzt
als unendlich große antwort
und ich steh frei
mit allen anderen verbunden
mittendrin und tanze lachend
durch die zeit
bis unsere Bewegung vollends
zur ewigkeit verschmilzt