Neue MANIFESTE braucht das Land!

Es wird gerne behauptet, die Zeit der Manifeste sei vorbei und gehöre zur Epoche der sogenannten "historischen" Avantgarde. DAS STIMMT und stimmt doch nicht! Warum? Weil Manifeste IMMER wieder von "betroffenen" INDIVIDUEN geschrieben werden müssen, um den ZEITGEIST zu beleuchten - oder überhaupt erst zu erfinden! Nebenbei DIENEN sie dem Verfasser als subversiv-selbstreflexives Element. Was heißt das? KREATIVITÄT ist das eine, aber das andere ist das Grübeln darüber, warum man sich dazu entscheidet, ein Werk als "Kunst" zu definieren oder als... Ausgeburt des Teufels? (DAS GEHÖRT BEILÄUFIG NICHT HIER HIN!!!) .. oder lediglich als privatistisches Vergnügen (OK, SCHON BESSER!!!). Nun denn, wie auch immer, hier sind sie: MEINE MANIFESTE, nicht alle, aber doch ziemlich viele - die wichtigsten, ja doch, die ALLERWICHTIGSTEN!!! Und als Bonustrack von Bruno Brachland ein brandneues 2011er-Quasimanifest: NEUROKOSMISCHE ODE AN DIE SINGLES DER WELT

 

01)___1990:
        KÄMPFE KÜNSTLER
02)___1992/93:
        MANIFESTES
03)___25.10.1994:
        1.TRANSTHERAPEUTISCHES MANIFEST
04)___1.-7.12.1994:
        MEIN "SOCIAL BEAST"-MANIFEST
05)___27.+31.3.1995:
        E R S T es   M A N I F es T
06)___3.+4.3.1996:
        Z W E I T es   M A N I F es T
07)___16.6.1996 + 16.4.1997:
        1.OFF-LYRIK-MANIFEST
08)___21.2.1998:
        INSTALLYRIK-MANIFEST-FRAGMENTE
09)___2./3.7.1998:
        MANIFEST GEGEN DEN UNTERGANG
10)___3.4.1999:
        1.DIREKTPOETISCHES MANIFEST
11)___28.-31.8.1999:
        1.ANTITOURISTISCHES MANIFEST
12)___4./5.12.1999:
        T.A.C.H.E.L.E.S.
13)___12.7.2001:
        1.manIFEst dEr quaNTEnlYRik
14)___24.+26.5.2002:
        2.MaNIFeST DeR QUaNTeNLYRIK
15)___25.+26.5.2002:
        3.MANiFeST DeR QUANTeNLYRiK
16)___1989 & 14./15.10.2002:
        NEOKONTAKTIVES MANIFEST

17)___12.5.2004:
        ÜBERSPRUNG

18)___18.3.2006:

        MANIFeST DeR GeNeRATION GeGeNWART & eWIGKeIT

19)___7.7.2007:

        TiEFENdAdA-BEiCHTE

20)___13.-16.5.2008:

        TRANSHUM(ANiSTiSCH)ES TiEFENPOP-MANiFEST


 

plus Extra-Poemie: "ECHTHE!TS(S)TEMPEL" (30.1.2004)

(BITTE BIS ZUM SEITENENDE RUNTERSCROLLEN)

 

 

Tom de Toys, 12.5.2004,
Traktat inspiriert durch A.Ehrenstein, A.Rimbaud und K.Schwitters

ÜBERSPRUNG
ZUR RE:POLiTiSiERUNG DES POETRY-SLAMS

 


am anfang war gar nichts kein einziges wort
nur stöhnen und seufzen in einem fort
DIE DÜNNE SONNE DIE BLASSE NULL
bringt immer noch schwung in die alte bude
) von ganz weit links nach ganz rechts außen (
von oben nach unten und wieder zurück
kein kapital für die sprachkommune
was bleibt ist die liebe zur aNNarchie einer Blume
zwischen fundament und firmament
EINE MEDITATION OHNE PRÄSIDENT
die stirn eines dichters leuchtet und brennt
das herz der denker brodelt und lacht
die staatsdiener warten auf richter und henker
der kanzler hat frei die wahl hats gebracht
die show ist vorbei und niemand hat macht
das volk gründet sich nun selbst als behörde
und reicht sich die hand zur letzten beschwerde:
ein slam ist politisch und kein popevent
weder comedyprosa noch konsenslyrik
wer hier kein problem beim namen nennt
( mit freiem vers oder billigreim )
hat die chance verpennt lügen aufzuklären
die devise muß lauten verbrecher zu outen
quer durch die bank bis zur höchsten etage
die gesellschaft ist krank ich red mich in rage
obwohl ich längst weiß daß ein gesprochenes wort
nur als bundestagsrede in zeitungen landet
der kritische geist im sozialamt versandet
der bäcker backt brötchen der metzger hackt fleisch
die ärzte verarzten die offenen wunden
der schriftsteller schreit "Ich Will Keinen Krieg!"
und zählt trotzdem mühsam die leerlaufrunden
was soll er schreiben wenn tote schmetterlinge
wie blütenblätter durch seine löchrige seele rieseln
JA SEINE SEELE IST IHM KEIN RÄTSEL
1. kein dampfboot
2. kein düsenjet
3. kein surrealismus
4. kein sonett
5. auch keine sachlichkeit
nichts kann die realität verändern solange nur das reale gilt

 

KEIN MÜLL NIRGENDS (c) De Toys, 20.10.2007 (Görlitzer Park) KEIN MÜLL NIRGENDS (c) De Toys, 20.10.2007 (Görlitzer Park)

 

Tom de Toys, 30.1.2004, für C.C.Kruse

ECHTHE!TS(S)TEMPEL

ich spare jeden tag eintausend euro
weil ich mir den scheiß
NICHT KAUFE !
den sie mir auf jeder werbefläche zeigen
sondern meine alten schuhe weiter trage
und mein alter rechner weiter läuft
ich spare jeden tag
ein unvorstellbares vermögen
weil ich die bedürfnisse
NICHT KENNE !
um das zeug zu brauchen
sondern lieber in der sonne sitze
und gedichte schreibe
die sich nicht für kriege eignen
die sich nicht vermarkten lassen
die zu laut und deutlich sind
um nur als nettes hintergrundgeplätscher
einer kuckucksindustrie zu dienen
nein ich bin kein diener
irgendeiner schickeria
denn gedichte sind nicht glatt genug
um sich von sprachverwaltern
vergewaltigen zu lassen
glatt ist nur die oberfläche
aber nie der untergrund
wer der platten sprache glaubt
fördert den poetenschwund

 

Pages to the People

LINKLISTE: ALLE 158 POEMiE-DOMAINS HIER... SENSATION: EHEMALIGES G&GN-ARCHIV ONLINE WIEDERENTDECKT - EINE DER ALLERERSTEN LITERATURSEITEN IM INTERNET SEIT 1 9 9 8 !!!

Mein kommender Best-OFF-Lyrikband: "BODENLOS VERWURZELT WIE EIN STERN" mit 88 ausgewählten Gedichten aus 2 Jahrzehnten!

HOHLAPFEL (c) De Toys, 20.9.05 HOHLAPFEL (c) De Toys, 20.9.05

Musiker, Bands und Videokünstler jetzt für interaktives, multimediales QUANTENLYRIK-Projekt gesucht!

Das legendäre 1993er-Gedicht INFLATION aus dem ersten Werkquerschnitt "Die Welt als Schock und erweiterte Tatsache" IST JETZT KOMPLETT ONLINE ZU LESEN SOGAR MIT HÖRVERSION!!!

Das Tao der Poesie: FÜR ALIENS IST JEDER TAG IM UNIVERSUM ERSTER MAI - jetzt mit vollständiger 12-minütiger Videoversion der Live-Uraufführung!

CHRONIK DES LAUFENDEN WERKPROZESSES: LINKS ZU  73  TOPAKTUELLEN TITELN NEUER GEDICHTE

EVERGREEN: DIE NEUKÖLLNER STUNDE NULL (oder: die peinlichste Szene-Schote 2002: Was Sie schon immer mal über Ben Becker & Bertolt Brecht wissen wollten!)

Der wichtigste "schmal-lange" politische Text des Jahres 2011 als GASTBEITRAG hier: Clemens Schittko "Der nullte Kaddish" und das brandneu gastierende 2012er-Politpoem von Kai Pohl "Durchgeknallte Materie"

Mein allergrößter literarischer Mißerfolg (2003) auf nationaler Ebene: die überdadaistische Hommage an Hans Arp mit allen Hintergrunddetails!

Mein schönstes Erlebnis als Lyrik-Rezitator (2010) am 10. Weltpoesietag 21.März mit Gedichten von Hans Vogt: WORLD POETRY DAY

 

De Toys, 23.1.2009

OVERWOR(L)DED
(BE-ing NOWhere)
[12.PRAYER OF TRANSRELIGIOUS HOLeISM]

no sun no moon no galaxy
no thoughts of nothing and
no nothing no illusions and
no truth no question but
no need for answers
is the answer just
awake aware arrived
where this is
called the only THIS
AND THAT is sure
like nothing more than THIS
AND THAT turns mad
if you can't love it
like the laughter
of your lover
of your laughter
til the end of time
within this mOMent
that is touching
as you know it
now from inside
where the emptiness
turns outside
showing this is
no side never

 

De Toys, 17.1.1993

KINDHEIT

ich wachte auf
die sonne schien
und ich
fing wieder an
zu spielen

 

De Toys 1970 @ TomDeToys.de De Toys 1970 @ TomDeToys.de

 

"Auch heute noch blickt der Realist nur nach außen und ist sich nicht bewußt, ein Spiegel zu sein. Auch heute noch blickt der Idealist nur in den Spiegel und kehrt der realen Außenwelt den Rücken zu. Die Blickrichtung beider verhindert sie zu sehen, daß der Spiegel eine nicht spiegelnde Rückseite hat, eine Seite, die ihn in eine Reihe mit den realen Dingen stellt, die er spiegelt: Der physiologische Apparat, dessen Leistung im Erkennen der wirklichen Welt besteht, ist nicht weniger wirklich als sie."
Konrad Lorenz, in: DIE RÜCKSEITE DES SPIEGELS (1973)

ARATIONALER ASTRONAUT (c) De Toys, 21.1.2006 @ www.URENGEL.de ARATIONALER ASTRONAUT (c) De Toys, 21.1.2006 @ www.URENGEL.de

 

De Toys, 9.2.2005

KU(E)R-Zen!

jeden morgen
wach ich auf
und denke
es ist wirklich
ein geschenk
und wunder
noch zu leben
wieder da
zu sein
die welt
zu spüren ganz
egal in welchem
zustand
alle körper
alle kriege
sich befinden
denn der tod
kommt sowieso
viel früher und
viel schneller
als uns recht
ist jede
einzelne sekunde
lohnt sich
mit der inbrunst
ihrer kurzen
gegenwart
als ewigkeit
zu würdigen