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"Das Loch ist ein metaphorischer Archetyp für potenziellen Inhalt und existiert überhaupt nur in Form von Rahmenkoordinaten, die das symbolische Denken produziert. Um diesen schnöden Schein der Ersatzhandlungen und Pseudo-Erinnerungen zu überwinden, muß ein präsentisches Dänken die kulturelle Konditionierung auf Abwesenheit sabotieren, indem es soziale KONTAKTE STATT KONZEPTE wünscht. So wird das sogenannte Loch die direkte Verbindung zwischen allen Punkten (Kreisen unendlicher Nichtausdehnung: "Zeitigungen"). / Das Lachhafte am Loch ist das Lochhafte; denn das echte Loch ist zu allen Richtungen offen (nicht nur von zwei Seiten wie das flächige)... die ungerahmte Wirklichkeit! In keinem Konzept zu wohnen, mit keinem System zu liebäugeln, ermöglicht erst die PROVISORISCHE PERFEKTION DER PRÄSENZ (PPP) als transzentrische Intensitätsspirale durch Überlistung psychotischer Dualismen wie Innen & Außen."

Tom de Toys, 21.5.1992 - 9.6.1993
LOCHiSMUß - Fragmente aus den Tagebuchnotizen
"Geheimes Wartungsbuch Für Eine Welt Ohne Größenwahn"

Diverse LOCH-PERHAPPENINGS seit 1989

  FOTOSTRECKEN DER BERLINER LOCHRITUALE:

 

"Das Merkwürdigste an einem Loch ist der Rand. Er gehört noch zum Etwas, sieht aber beständig in das Nichts, eine Grenzwache der Materie. Das Nichts hat keine Grenzwache: während den Molekülen am Rande eines Lochs schwindlig wird, weil sie in das Loch sehen, wird den Molekülen des Lochs ... festlig? Dafür gibt es kein Wort. Denn unsre Sprache ist von den Etwas-Leuten gemacht; die Loch-Leute sprechen ihre eigne. Das Ding an sich muß noch gesucht werden; das Loch ist schon an sich. Wer mit einem Bein im Loch stäke und mit dem andern bei uns: der allein wäre wahrhaft weise. Doch soll dies noch keinem gelungen sein. Lochen Sie nicht; das Loch ist die einzige Vorahnung des Paradieses, die es hienieden gibt."  Kurt Tucholsky, in: "Zur soziologischen Psychologie der Löcher" (erstveröffentlicht in der Weltbühne, 17.3.1931)

 

"Der letzte Grund alles Seins bist du selbst. Natürlich nicht das alltägliche Selbst, dessen Form dieser Urgrund annimmt oder 'vorgibt' zu sein, sondern das innerste Selbst, das sich der Betrachtung entzieht, weil es zugleich immer der Betrachter selbst ist. Das also ist das Tabu aller Tabus: Du selbst bist ES! In unserer Kultur ist dies aber der Punkt, wo man den Geisteskranken vom Normalen trennt. Dieser Gedanke ist die schwärzeste aller Blasphemien, die verwegenste aller Wahnvorstellungen. Wir glauben, dies sei die letztmögliche Form des Größenwahns - eine Inflation des Ich bis hin zum vollständig Absurden. Denn obwohl wir mit einer Hand das Ich kultivieren, drücken wir es mit der anderen Hand zu Boden. (...)"

Alan Watts, in: DIE ILLUSION DES ICH (1966)

 

"Du kannst das alles loslassen, du kannst den ganzen Krampf entspannen. (...) Das scheinbare Ich kann nichts tun, um zu erkennen, dass es eine Illusion ist. (...) Plötzlich Leere, plötzlich niemand da, zu dem all das gehört. (...) Niemand kann dir zu dem verhelfen, was schon der Fall ist. (...) Es ist niemand da, der den Verstand transzendieren könnte. (...) Das wilde Auf und Ab der neurotischen Denkmaschine mündet ein in ein gelindes Staunen. (...) Aufwachen heißt, die Leerheit der Leere sehen."
Richard Sylvester, in: ERLEUCHTET - UND WAS JETZT? (2006)

 

 

YouTube-Video: "SUPER8 TechNoLyrik BRENNT"

 

Am 10.11.2006 performten Max Klingsporn (Techno-Musik), Christoph Limbach (Super8-Live-Filmverbrennung) und Tom de Toys (Neurolyrik) auf der Vernissage der "Querschnitt 19" im Berliner Kunsthaus Bethanien. De Toys rezitierte dabei sein Gedicht "ÜBERGRÖßE"...

DIE BOTSCHAFT DES UNIVERSUMS LAUTET: "WIR SIND DAS WAS!"

10.11.2006: QUERSCHNITT 19 / De Toys: "ÜBERGRÖßE" @ Kunsthaus Bethanien (Berlin)
10.11.2006: QUERSCHNITT 19 / De Toys: "ÜBERGRÖßE" @ Kunsthaus Bethanien (Berlin)

 

Tom de Toys (alias T.EX.T.), 9./10.4.2005, "JA(HR...-HUNDERT/-TAUSEND"-Zyklus Teil XI

Ü B E R G R Ö ß E

spürst du die erdwölbung
unter dir das glühende
gewicht der erde
das dich sanft berührt und
durch das universum trägt
spürst du wie unendlich
deine augen durch
den ganzen körper schauen
jede faser öffnet sich
und jede zelle ruft nach licht
du mußt nicht sterben
um ins paradies zu kommen
und du mußt nicht glauben
um die welt in ihrer vollen größe
zu erkennen du
mußt nicht denken und
noch nicht einmal verstehen
du darfst einfach
so erleuchtet sein
durchleuchtet und durchflutet
von der ungeheuren kraft
die zwischen allen welten klafft
der spalt verläuft
in alle richtungen
durch jedes staubkorn
dieser wirklichkeit
dein atem strömt
in alle winkel
deine blutbahn kreist
um die entferntesten planeten
wirbelt durch die galaxien
rast zurück zum heimatschiff
die außerirdische besatzung
nennt sich menschheit
jeder einzelne wird mensch genannt
die erde dreht sich
ja die erde dreht sich
langsam tief und still
um ihren flüssigen uralten kern
dein hirn ist eine wolke
jede wolke wie ein vogelschwarm
die sonne ist ein klitzekleines teilchen
alle sonnen sind ein einziges organ
das ganze universum ist
so klein wie ein atom
vernetzt mit vielen anderen
was kannst du sehen
wenn du dir erlaubst
verrückt zu werden
was kannst du ertasten
wenn du dir bewußtsein gönnst
in jedem wesen lauert dieser rausch
den keine droge je vermitteln kann
es ist das monster der materie
das sich ständig selbst verschluckt
mit einem gnadenlosen grinsen
spült es deine fragen weg
und sagt dir heimlich
nach millionen jahren
endlich klipp und klar
du bist weit mehr als alles
und noch weniger als nichts
durch alle dimensionen
spiegelt sich die botschaft
feierlich und fröhlich
es gibt uns
wir sind das
was

Christoph Limbach: LIVE VERBRANNTER super8-FILM (Performance-Doku 10.11.2006)
Christoph Limbach: LIVE VERBRANNTER super8-FILM (Performance-Doku 10.11.2006)

 

"Gedanken sind kein Hindernis, sie decken die Stille nicht zu. Es herrscht immer nur Stille, aus der alles hervortritt, auch das Denken. (...) Man könnte sagen, du bist sehr viel weniger, als du zu sein glaubst, aber auch sehr viel mehr. Du bist weniger als eine Person, aber eben auch viel mehr als eine Person, nämlich Bewusstheit an sich."
Richard Sylvester, in: ERLEUCHTET - UND WAS JETZT? (2006)

Weitere Hörbeispiele:

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