Das Montieren von Gedichten auf Fotos hat in der Undergroundliteratur eine lange Tradition. Manche Dichter produzierten absichtlich bis zur Unlesbarkeit schlecht kopierte Collagen für die "little mags" der anarchischen Zeitschriften-Szene, deren Nullnummern oft zunächst als "Egozine" erschienen (manche blieben aber auch jahrelang programmatisches Ego-Organ des "selbstverlegten" Künstlers), das dazu diente, sich bei "subversiven" systemkritischen Kollegen vorzustellen und sie einzuladen, für die Folgenummern selbstgestaltete Seiten einzureichen. Personelle Überschneidungen gab es hierbei besonders auch zur "mail-art"-Szene, die zu DDR-Zeiten einen wichtigen "ästhetischen" (kryptisch-politischen) postalen Kommunikationstrick darstellte. Während des letzten Aufblühens dieser wilden, freien Netzwerke in den 90ern des 20.Jahrhunderts entstanden besonders innerhalb der SocialBeat-Bewegung noch zahlreiche analoge Textmontagen mit Schere und Papier. Auch ich hatte großen Spaß daran. Aber erst 2009 kam mir die Idee, auf digitaler Ebene an diese Tradition anzuknüpfen und seitdem bringe ich wieder gerne frisch geschossene Fotos und Gedichte zusammen, die gemeinsame Geschichten erzählen. Hier eine kleine Auswahl aus meinen Galerien des KNK-Portals...