"Autoren wie (...) Tom de Toys u.v.m. haben mit ihren Texten, Kleinstpublikationen und Veranstaltungsreihen der literarischen Szenerie ihren Stempel
aufgedrückt."
Dr.Enno Stahl, Heinrich-Heine-Institut:
POP AM RHEIN (2007)
"...wer denkt, löst auf, hebt auf, katastrophiert, demoliert, zersetzt, denn Denken ist folgerichtig die konsequente Auflösung aller Begriffe (...) das heißt, über mich selbst und über Leichen von Philosophien geh'n, über die ganze Literatur,
über die ganze Wissenschaft, über die ganze Geschichte, über alles..."
Thomas Bernhard:
Ansprache bei der Verleihung des Georg-Büchner-Preises (1970)
Lektorierter Auszug aus: Theo Breuer (über die Neunziger des 20.Jhd.'s)
"TRAUMTÄNZER?!" (7) KONTAKTISMUS
Zu den kreativsten und konsequentesten (dabei auch kommunikativsten bzw. kontaktivsten) und (natürlich?) umstrittensten Lyrikern unserer Tage gehört sicherlich Tom de Toys, der sich in seinem Ganz & GarNix Verlag ebenfalls selbst verlegt. Das hierzulande so beliebte Naserümpfen über den Eigenverlag, nicht nur von V.O. Stomps als notwendiges Mittel der Eigeninitiative in einer Welt, die auch in der Kultur stark von "Vitamin B" bestimmt wird, angesehen) ist gerade bei einem nicht "marktkonformen" Dichter wie Tom de Toys und seinem Ganz & GarNix Verlag vollkommen unangebracht. Tom de Toys - fälschlicherweise immer wieder zu den Hard-Core-Social-Beat-Autoren gezählt - ist ein absolut autonomer Künstler-Schriftsteller, der sein gedankliches Konzept beständig fortschreibt und sich bewußt weiterzuentwickeln sucht. Die von ihm bis hin zur Bindung/Heftung selbst gestalteten Werke - oft sind die Gedichte auch noch vom ihm umzeichnet - sind somit außen wie innen ungewöhnlich und zeugen von einem schaffenden Geist und Menschen, der in dieser Vitalität unserer Kultur nur guttun kann - egal, wie man zu den Inhalten und Formen seiner Texte und seiner eignen Art als Mensch und Künstler stehen mag. Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang auch sein Engagement für das von ihm erfundene S.E.N.F.-Blatt, das als monatliches Kommunikationsforum für alle die Dichter und Künstler gedacht ist, die sich untereinander stärken und nicht von einem kapitalunterwanderten Kulturbetrieb abhängig sein wollen. Es tut seine Wirkung - wenn auch im kleinen!
Ich habe Tom de Toys mehrfach bei (u.a. auch von ihm organisierten) Off-Lyrik-Veranstaltungen erlebt und kann nur sagen: Dieser Mensch und sein Werk sind identisch, in sich stimmig und integer. Leider wird er viel zu oft mißverstanden, weil viele Leute mißtrauisch werden, wenn die Dinge wirklich beim Namen genannt, die Begriffe beim Schopf gepackt und die Phänomene auf den Punkt gebracht werden - und zwar schonungslos und wahrheitsgetreu. Die Suche nach Licht, Liebe und Sinn prägen diese von starkem seins- und echtheitsbetonten Sendungsbewußtsein geprägten Texte, deren Besonderheit weniger in formaler Durchgereiftheit als in ihrer nach Wahrhaftigkeit suchenden Authentizität liegen. Tom de Toys' Büchlein und Broschüren sind jeweils Stücke eines ungeheuren geistigen Steinbruchs, aus dem noch mancher Rohling herausgehauen werden wird.
ORIGINALQUELLE @ CARPE.COM
"Was bleibt? Ein Sagen, das seine Evidenz in sich selber hat. Der Dichter ist ganz allein mit seiner Sprache. Hier hat er seine Heimat und seine Freiheit, um den
Preis, daß man ihn ebensogut verstehen wie nicht verstehen kann. (...) Aber gerade diese scheinobjektive Dichtung macht darauf aufmerksam, daß der Mensch, in der gesamten modernen Lyrik, auf eine
andere Weise da ist, nämlich als kreative Sprache und Phantasie. (...) Auch in der Dichtung wurde der Mensch zum Diktator seiner selbst. (...) Noch nie konnte man voraussagen, wie die Zukunft
einer Kunst aussehen würde. Auch bei der modernen Lyrik, die in nicht geringerem Grade als die Malerei und die Musik ihre Möglichkeiten erschöpft zu haben scheint und zuweilen sich selbst zu
vernichten droht, wissen wir nicht, wie es weitergeht."
Hugo Friedrich: DIE STRUKTUR DER MODERNEN LYRIK (1956)