Tom de Toys ALIAS Kaspar Kärnlos

DRACHENVAKUUM (c) De Toys, 16.7.2008 DRACHENVAKUUM (c) De Toys, 16.7.2008

2 transzentrische Gedichte zur Entdeckung der Urruhe aus:

"DER IRDISCHE GLANZ

KERNLOSER AUSWEGE"

 

ÜBERHUNGER (...)

(2.5.99)


ÜBER(H)EILUNG

(21.6.99)

"In der westlichen Kultur sind wir dazu erzogen worden, jeden, der nicht ein unmittelbares Mitglied unserer Familie oder unseres Freundeskreises ist, als Fremden anzusehen. Doch manchmal treffen Sie einen Menschen, bei dem sie das Gefühl haben, ihn schon jahrelang zu kennen. Die üblichen Höflichkeitsfloskeln scheinen unnötig. Sie können mit ihm über alles reden, und er versteht Sie. (...) Sie empfinden den anderen einfach nicht als Fremden, sondern als jemanden, mit dem Sie eine gemeinsame Vergangenheit haben; Sie sind Mitglieder desselben Stammes. (...) Das Gefühl, daß ich den anderen irgendwann, irgendwo gekannt habe und daß unser Treffen eine Wiedervereinigung ist und nicht ein erstes Kennenlernen, ist immer da. Von Anfang an ist eine tiefe Verbundenheit und Leichtigkeit im Umgang miteinander spürbar, die mit anderen Bekannten oder Freunden fehlt." Dr. Judith Orloff, in: JENSEITS DER ANGST (1996)

 

 

 

 

Kaspar Kärnlos, 2.5.1999

ÜBERHUNGER
(DAS GROßE LEUCHTEN)

wenn wir mit uns
spazieren gehen und
die seele zueinander
driftet dann
sag mir wen du noch sonst
so liebst
damit ich deine zuneigung
zu schätzen weiß ich
will nicht mehr erwarten
als das was
dir möglich ist und
ahne daß
ein jedes kleinstes
bißchen einsatz ganz
von herzen kommt
der mensch von heute
teilt sich tausendfach
in tausend teile
tag für tag
zu überleben ohne
lügen und gelüsten
zu erliegen die ihm
zeit wie sinn
entreißen nur verfälschtes
glück verheißen nein
wir wollen uns
einander zeigen wie wir
wirklich sind um uns
an der geteilten freiheit
festzubeißen ja laß
uns geschwind nicht
zögern alles echte
an uns zu begehren leere
als den letzten
luxus zu verzehren

 

 

Kaspar Kärnlos, 21.6.1999

ÜBER(H)EILUNG

vielleicht ein wunder
daß wir überhaupt vorhanden
sind daß es uns gibt
grenzt nahezu
an unvorstellbarkeit
kein fragen wird
der antwort ganz gerecht
kein feingefühl hilft
aus der falle der
UNENDLICHKEIT
das sterben passiert
immerfort nur weil
sich etwas ändert
und was sich verändert
bleibt nicht was
es ist obwohl es ist
treibt uns verwandlung
in verschiedene bereiche
EINER WIRKLICHKEIT
die wir bloß schätzen
können wenn kein flüchten
vor dem seltsam ungewissen
ablenkt alle sinne
ihre eigene anwesenheit
bemerken gar bewundern
mindestens benötigen
um nicht dem scheinbaren
verlust anheimzufallen
sondern im geheimnislosen
tiefe wittern bodenlose
tiefe gläsern leuchtender
klarheit wenn körper
durch das körperliche
schauen
bis die leere
form annimmt denn
Engel Sprechen
Eine Andre Sprache
als die gläubigen
(im blinden jammer)
und erscheinen erst
wenn wir
uns trauen
alles
suchen auszutauschen
diesem blick
ins offene zu lauschen

 

QUANTENGOLD (c) De Toys, 17.11.2008 @ Skulptur: "Molecule Man" (Berlin) QUANTENGOLD (c) De Toys, 17.11.2008 @ Skulptur: "Molecule Man" (Berlin)

"Die Leere, vor der man Angst hat, ist nur zu menschlich. Wenn man aber sieht, wie wahnsinnig schwierig das Leben ist und sich dessen bewusst ist, führt einen das zu etwas absolut Positivem. Wenn man den Mut aufbringt, alle Versicherungen und Beruhigungen loszulassen, gelangt man in den Bereich hinter allen Religionen. Dort lösen sich die Formen auf, und es bleibt die pure Leere. Was in dieser positiven Leere geschieht, kann man als Befreiung von der Zeit beschreiben."
Peter Brook, im Tagesspiegel-Interview

vom 26. Mai 2006 mit Andreas Schäfer

Pages to the People

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HOHLAPFEL (c) De Toys, 20.9.05 HOHLAPFEL (c) De Toys, 20.9.05

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CHRONIK DES LAUFENDEN WERKPROZESSES: LINKS ZU  73  TOPAKTUELLEN TITELN NEUER GEDICHTE

EVERGREEN: DIE NEUKÖLLNER STUNDE NULL (oder: die peinlichste Szene-Schote 2002: Was Sie schon immer mal über Ben Becker & Bertolt Brecht wissen wollten!)

Der wichtigste "schmal-lange" politische Text des Jahres 2011 als GASTBEITRAG hier: Clemens Schittko "Der nullte Kaddish" und das brandneu gastierende 2012er-Politpoem von Kai Pohl "Durchgeknallte Materie"

Mein allergrößter literarischer Mißerfolg (2003) auf nationaler Ebene: die überdadaistische Hommage an Hans Arp mit allen Hintergrunddetails!

Mein schönstes Erlebnis als Lyrik-Rezitator (2010) am 10. Weltpoesietag 21.März mit Gedichten von Hans Vogt: WORLD POETRY DAY

 

De Toys, 23.1.2009

OVERWOR(L)DED
(BE-ing NOWhere)
[12.PRAYER OF TRANSRELIGIOUS HOLeISM]

no sun no moon no galaxy
no thoughts of nothing and
no nothing no illusions and
no truth no question but
no need for answers
is the answer just
awake aware arrived
where this is
called the only THIS
AND THAT is sure
like nothing more than THIS
AND THAT turns mad
if you can't love it
like the laughter
of your lover
of your laughter
til the end of time
within this mOMent
that is touching
as you know it
now from inside
where the emptiness
turns outside
showing this is
no side never

 

De Toys, 17.1.1993

KINDHEIT

ich wachte auf
die sonne schien
und ich
fing wieder an
zu spielen

 

De Toys 1970 @ TomDeToys.de De Toys 1970 @ TomDeToys.de

 

"Auch heute noch blickt der Realist nur nach außen und ist sich nicht bewußt, ein Spiegel zu sein. Auch heute noch blickt der Idealist nur in den Spiegel und kehrt der realen Außenwelt den Rücken zu. Die Blickrichtung beider verhindert sie zu sehen, daß der Spiegel eine nicht spiegelnde Rückseite hat, eine Seite, die ihn in eine Reihe mit den realen Dingen stellt, die er spiegelt: Der physiologische Apparat, dessen Leistung im Erkennen der wirklichen Welt besteht, ist nicht weniger wirklich als sie."
Konrad Lorenz, in: DIE RÜCKSEITE DES SPIEGELS (1973)

ARATIONALER ASTRONAUT (c) De Toys, 21.1.2006 @ www.URENGEL.de ARATIONALER ASTRONAUT (c) De Toys, 21.1.2006 @ www.URENGEL.de

 

De Toys, 9.2.2005

KU(E)R-Zen!

jeden morgen
wach ich auf
und denke
es ist wirklich
ein geschenk
und wunder
noch zu leben
wieder da
zu sein
die welt
zu spüren ganz
egal in welchem
zustand
alle körper
alle kriege
sich befinden
denn der tod
kommt sowieso
viel früher und
viel schneller
als uns recht
ist jede
einzelne sekunde
lohnt sich
mit der inbrunst
ihrer kurzen
gegenwart
als ewigkeit
zu würdigen