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Tom de Toys ALIAS Sebastian Nutzlos

"Die einen SCHAUEN Tagesschau, die anderen MACHEN sie.

Und die dritten schreiben Gedichte." (Sebastian Nutzlos, 1990)

Der Wechsel von einem "modernen" (positivistisch zielbesessenem) zum wirklich "postmodernen" (transrealistisch gegenwartsbeseelten) Lebensempfinden geschieht durch eine existenzielle Bewußtseinskrise, die sich auch in den tieferen Themen der Literatur niederschlägt: Erst wenn der Mensch nicht mehr aus normalneurotischem MANGEL (der seelischen Suche nach letztem Lebenssinn) künstlerisch tätig wird, sondern seine Freie Kreativität jenseits psychoider Projektionen aus transtherapeutisch-spirituellem ÜBERFLUSS (eines präsentomatischen Ankommens in der "Grundlosen Inwesenheit") entsteht, braucht er keine Kunstwerke mehr aus sogenannter "innerer Notwendigkeit" zu schaffen sondern lässt sie beiläufig aus INTEGRALER NATÜRLICHKEIT des ganzheitlich gelebten "stinkparanormalen" Lebens erwachsen: ein Wandel des Künstlertums aus der Überkompensation des Neurotischen hin zur Überdokumentation des Natürlichen wird vollzogen - als leidenschaftlicher Luxus des erwartungslosen Geistes, der nur noch als ekstatisches Echo der leeren Spiegel im unendlichen Spiegelkabinett des Universums fungiert...

 

AUS DER G&GN-INSTITUTS-CHRONIK: Die ersten E.S.-Liebesgedichte erschienen 1996 in der G&GN-Edition "Geheimdruck" (als kopiertes, getackertes DinA6-Brusttaschenheft) unter dem Titel "LYRISCHER LUXUS", der durch den Spiegel-Essay über "freie Zeit" als neuer Luxus (von Hans Magnus Enzensberger) motiviert war!

"Aktivste Denktätigkeit verbindet sich hier mit tiefster Stille und Leerheit. (...) Von dieser Wahrheit aus gesehen ist die Bewegung des ganzen Universums von keiner größeren Bedeutung als das Surren einer Mücke oder das Schwenken eines Fächers."
Daisetz Teitaro Suzuki, in: DIE GROSSE BEFREIUNG (1958)

BARK UP THE MAGIC TREE Nr.27 (c) De Toys, 24.7.2009 BARK UP THE MAGIC TREE Nr.27 (c) De Toys, 24.7.2009

6 Luxusgedichte des 1.Vorsitzenden des Instituts für Ganz & GarNix, der immer dann die neuropoetische Werbetexter-Rolle übernehmen mußte, wenn sämtliche G&GN-Mitarbeiter unter einer somatoformen Maulsperre litten, weil sie sich für kein Wort entscheiden konnten, um den Zen-Zustand der "Grundlosen Inwesenheit" durch eine konkrete Situation auszudrücken:

GÄHN!AL!SCHER GENUß (20.8.97)

 

PRO-TEST (GEGEN DAS GEGEN) (24.9.97)

 

SIEDE(L)PUNKT (4.6.98)

ERFOLGREICHER UNTERGANG (EU) (17.10.98)

1SATZ-B-REICH (...) (13.+14.+21.7.09)

 

NEUROASTRONOMISCHE AUSSCHWEIFUNGEN  (15.8.11)


"Du kannst zu einem Schriftsteller werden, aber nur, wenn du mit dem Unbekannten in Kontakt trittst - nicht mit den Erinnerungen. Alle Erinnerungen sind schon tot. Du musst mit dem, was IST, in Kontakt treten, nicht mit dem, woran du dich erinnerst. Du wirst mit dem Sosein, das dich umgibt, in Kontakt treten müssen, wirst dich tiefer auf die Gegenwart einlassen müssen, damit auch etwas von der Zukunft sich in deinem Netz fängt. Wahre Kreativität kommt nicht aus der Erinnerung sondern aus dem Bewusstsein. Du musst bewusster werden."
OSHO (Bhagwan Shree Raijneesh 1931-1990), in: KREATIVITÄT

 

Sebastian Nutzlos, 20.8.1997

GÄHN!AL!SCHER GENUß

seit gott verschwunden
jeder sinn überwunden
alles durchlöst und
keiner mehr döst
da singen die menschen
ein neues lied
auf ihrem planeten
weil etwas geschieht
ohne zu beten
ohne zu warten
gelingen endlich die
wichtigsten taten
aus liebe zum leben
beginnt das jetzt sich
ins zeitlose zu heben
bis welten vernetzt
miteinander kommunizieren
beim atmen sogar
in der luft kopulieren

 

 

Sebastian Nutzlos, 24.9.1997

PRO-TEST
(GEGEN DAS GEGEN)

zwischen wollen und warten
das leben auf raten an allen tagen
neu mich trauen JENSEITS der scheu
Durch Die Seele zu schauen
um das zu tun was sich von
selbst ergibt ohne unnötiges ruhen
zu lieben was liebt und so einverleibt
das spiel zu spielen bis die geschichte
mich hintreibt zu vielen die auch
gegen den untergang protestieren
ohne sich im protest zu verlieren
DER dumpfes gejammer und wehleiden
noch mehrt das sein als ganzes nicht
grundlos ehrt da scheiden sich
schon seit tausenden jahren
die GROßEN wie kleinen geschlechter
und geister die einen bewahren
die ruhe zu lange die anderen tragen
zu große schuhe wenn beide
sich irgendwann In Die Mitte wagen
beginnen GESPRÄCHE aus stille
die welt zu bauen deren geduldiger wille
uns menschen vereinen kann

 

 

Sebastian Nutzlos, 4.6.1998

SIEDE(L)PUNKT

der geist ist
da der körper
auch die seele
spürt jetzt
was ich will
um einen
menschen ganz
zu lieben
braucht es
beides heiß
und still und
maßlos über-
trieben kann
das offene
gespräch
beginnen dort
vertrauen an-
zusiedeln wo
wir frei und
wie von sinnen
in die leeren
münder schauen

 

 

Sebastian Nutzlos, 17.10.1998

ERFOLGREICHER UNTERGANG (EU)

ZWISCHEN PANIK UND SPONTANEITÄT
DES DÜRFTIGEN BEWUßTSEINS
LEIDENSCHAFTLICHER ABSCHIED
VON ABSEITIGEN NOTWENDIGKEITEN
HALBGEWOLLTER ZWANGSMAßNAHMEN
OHNE FREIHEIT FÜR SICH
SELBST ALS SEIENDES
VERSUCHSOBJEKT DES LEBENS
MÜDE UND ERFOLGREICH
AUFGEWACHT IM HEILIGEN
HOTEL DES UNIVERSUMS
WANDERT SONNE SCHEINBAR
UM DIE ERDE
ERDE DREHT SICH
UM UNS UM
UND WIR
WIR FANGEN ETWAS NEUES
LICHT EIN SPOT AUS
JETZT SIND ALLE MENSCHEN
ÜBERALL UND IMMERFORT
ZUHAUS

 

 

Sebastian Nutzlos, 6.11.2006

ÜBERSCHÄT-ZeN

heute starb jemand
gestern starb jemand anders
( SIEHST DU DIE SONNE ? )
vorgestern starb noch jemand ganz anderes
und morgen wird auch jemand sterben
( SIEHST DU DIE SONNE ? )
und übermorgen natürlich auch
und jetzt gerade stirbt jemand
( SIEHST DU DIE SONNE ? )
den ich nicht kannte
und gleich stirbt jemand
( SIEHST DU DIE SONNE ? )
den ich gerne gekannt hätte
und bald wird jemand sterben
den ich nie kennenlernen durfte
weil sein leben erst begonnen hatte
als ich selber schon gestorben war
( ICH SEHE DIE SONNE ! )
denn auch ich werde längst gestorben sein
wenn andere erst gerade frisch geboren werden
( ICH SEHE DIE SONNE ! )
das verpassen der gleichgesinnten hat methode
aber du und ich wir sind zum glück
( ICH SEHE DIE SONNE ! )
noch ganz knapp gleichzeitig da
und können nicht nur miteinander
( ICH SEHE DIE SONNE ! )
über bücher reden
nichts als reden

 

 

Sebastian Nutzlos, 13.+14.+21.7.2009

1SATZ-B-REICH
([g]ES[taltungs]WILL[e])

FLEISCH IST KEINE GESTALT
SONDERN FLEISCH UND
GEIST KEIN GEIST
SONDERN GEIST ALLES
IST WAS ES IST UND
NICHTS ANDERES NICHTS
STEHT STELLVERTRETEND
FÜR ETWAS GRÖßERES
ODER GEHEIMES ODER
GEFÄHRLICH JENSEITIGES
WENN WIR DANN STERBEN
STERBEN WIR WIRKLICH
SOLANGE WIR DA SIND
GIBT ES UNS IN ECHT
WEIL DU DIE WORTE HIER LIEST
HABE ICH JEDE ZEILE FÜR DICH
AUFGESCHRIEBEN UND
FALLS DU NICHT WEITERLIEST
SCHREIBE ICH DAS GEDICHT
AUCH NICHT FERTIG

 

 

Sebastian Nutzlos, 15.8.2011 (23:18h)

NEUROASTRONOMISCHE AUSSCHWEIFUNGEN

ICH bin
dasselbe
bewußtsein
der welt über
ihr eigenes dasein
wie der gewaltige sessel
auf dem ich jetzt sitze und
das galaktische vakuum durch das
wir hier treiben in keiner sekunde
kann irgendwas etwas anderes sein als
das was es schon immer ist aber wer
die geheime leere in allen atomen
kennt weiß auch daß jedes ich
eine mauer im grenzenlosen
gefängnis darstellt
während das
universum
nicht
weiß
daß
wir es
universum
nennen weil es
sich nicht selber
von außen betrachten
kann wie das ich das
sein eigenes überich
produziert als hätten
wir zwei gehirne in einem
kopf der nicht weiß daß ihn
sein schwimmender inhalt als kopf
bezeichnet anstatt swimmingpool oder
raumschiff wir flüchten vor dieser
simplen tatsache daß sämtliche
sachen getan werden um die
letzte frage nicht zu
empfinden warum
alles ist weil
es IST

 

Pages to the People

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HOHLAPFEL (c) De Toys, 20.9.05 HOHLAPFEL (c) De Toys, 20.9.05

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Das legendäre 1993er-Gedicht INFLATION aus dem ersten Werkquerschnitt "Die Welt als Schock und erweiterte Tatsache" IST JETZT KOMPLETT ONLINE ZU LESEN SOGAR MIT HÖRVERSION!!!

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CHRONIK DES LAUFENDEN WERKPROZESSES: LINKS ZU  73  TOPAKTUELLEN TITELN NEUER GEDICHTE

EVERGREEN: DIE NEUKÖLLNER STUNDE NULL (oder: die peinlichste Szene-Schote 2002: Was Sie schon immer mal über Ben Becker & Bertolt Brecht wissen wollten!)

Der wichtigste "schmal-lange" politische Text des Jahres 2011 als GASTBEITRAG hier: Clemens Schittko "Der nullte Kaddish" und das brandneu gastierende 2012er-Politpoem von Kai Pohl "Durchgeknallte Materie"

Mein allergrößter literarischer Mißerfolg (2003) auf nationaler Ebene: die überdadaistische Hommage an Hans Arp mit allen Hintergrunddetails!

Mein schönstes Erlebnis als Lyrik-Rezitator (2010) am 10. Weltpoesietag 21.März mit Gedichten von Hans Vogt: WORLD POETRY DAY

 

De Toys, 23.1.2009

OVERWOR(L)DED
(BE-ing NOWhere)
[12.PRAYER OF TRANSRELIGIOUS HOLeISM]

no sun no moon no galaxy
no thoughts of nothing and
no nothing no illusions and
no truth no question but
no need for answers
is the answer just
awake aware arrived
where this is
called the only THIS
AND THAT is sure
like nothing more than THIS
AND THAT turns mad
if you can't love it
like the laughter
of your lover
of your laughter
til the end of time
within this mOMent
that is touching
as you know it
now from inside
where the emptiness
turns outside
showing this is
no side never

 

De Toys, 17.1.1993

KINDHEIT

ich wachte auf
die sonne schien
und ich
fing wieder an
zu spielen

 

De Toys 1970 @ TomDeToys.de De Toys 1970 @ TomDeToys.de

 

"Auch heute noch blickt der Realist nur nach außen und ist sich nicht bewußt, ein Spiegel zu sein. Auch heute noch blickt der Idealist nur in den Spiegel und kehrt der realen Außenwelt den Rücken zu. Die Blickrichtung beider verhindert sie zu sehen, daß der Spiegel eine nicht spiegelnde Rückseite hat, eine Seite, die ihn in eine Reihe mit den realen Dingen stellt, die er spiegelt: Der physiologische Apparat, dessen Leistung im Erkennen der wirklichen Welt besteht, ist nicht weniger wirklich als sie."
Konrad Lorenz, in: DIE RÜCKSEITE DES SPIEGELS (1973)

ARATIONALER ASTRONAUT (c) De Toys, 21.1.2006 @ www.URENGEL.de ARATIONALER ASTRONAUT (c) De Toys, 21.1.2006 @ www.URENGEL.de

 

De Toys, 9.2.2005

KU(E)R-Zen!

jeden morgen
wach ich auf
und denke
es ist wirklich
ein geschenk
und wunder
noch zu leben
wieder da
zu sein
die welt
zu spüren ganz
egal in welchem
zustand
alle körper
alle kriege
sich befinden
denn der tod
kommt sowieso
viel früher und
viel schneller
als uns recht
ist jede
einzelne sekunde
lohnt sich
mit der inbrunst
ihrer kurzen
gegenwart
als ewigkeit
zu würdigen