"Nur 1x im leben die fingernägel schneiden und nie wieder. Nur 1x den staub von den regalen wischen. Nur 1x im leben aufs klo müssen. Nur 1x den körper komplett
waschen und dann nie mehr. Nur 1x sex mit dem ultimativen orgasmus. Nur 1 einziges bild malen, nur 1 gedicht, 1 gedanke, 1 mystische erfahrung, 1 traumfrau, 1 lieblingsessen, 1 sonnenuntergang, 1
spaziergang, 1 zigarette, 1 flasche vom besten rotwein, 1 handvoll lakritz, 1 schokolade, 1 auftritt mit 1 musiker, 1 begegnung mit 1 gespräch, das alles auf 1 punkt bringt - einfach alles
einfrieren: V.erewigen! 1x für immer aufräumen und das zimmer als tempel benutzen, ohne jemals wieder aus der sterilen meditation gerissen zu werden. Durch nichts aus der ruhe gebracht werden.
Totale urruhe für immer. Totenstille. Leichenstarre. Und dann? Wieder von vorne..."
PERMANENTER PERFEKTIONISMUß, in: Therapietrip,
7.Fortsetzung II.12, 15.Kliniktag, C (28.12.2010)
V.35: 30.5.2011
Warum ausgerechnet heute mit tinnitus aufwachen? WARUM??? was habe ich falsch gemacht? habe mich gestern wirklich tapfer geschlagen (bin
sogar alleine auf die finnisage von Jim Avignon gegangen, obwohl ich niemanden kannte, aber einige nette gespräche passierten, und dann sogar den kumpel von Inox traf, als ich schon gehen wollte,
weil NEOANGIN erst ganz spät spielen würde, zu spät für mein schlafbedürfnis nach solch einem tag!) und absichtlich den sonntag als sonntag genommen, so wie der "normal arbeitende" bürger ihn
nutzt, nämlich als freien tag für erholsame ausflüge ins grüne bzw. überblaue, obwohl ich im grunde ja überhaupt keinen normalen arbeitsrythmus mit wochentagen & wochenende habe. ich kenne
kein wochenende, habe nur TAGE, und die haben schon immer prinzipiell zu wenig stunden. aber genau das ist das schwierige, wenn man kunst "selbständig" macht: die verlockung, sich wie ein
topmanager totzuarbeiten (was für ein romantisches arbeitsethos vom krisengeschüttelten manager-beruf: wenn DIE so viel arbeiten würden wie künstler hätten sie ihre prämien wenigstens ehrlich
verdient, diese abzockerhaie und planetenverächter!) - hab extra keine großen aufgaben erledigt, nur ein paar kleine text-sortierungen & foto-retouchierungen beim ersten kaffee, dann
wiedermal rasieren (die haare wachsen, ich lebe also noch) und ein paar übungen machen, um dann im laufe des späteren nachmittages cellolitis im tempelpark zu erwischen - und kam wirklich exakt
in dem moment an, den ich vorher visionär plante: schon aus der ferne hörte ich über die friedhofsmauern hinweg diesen tiefen, sehnsüchtigen (klagenden, wollüstigen, drohenden, fordernden und
dabei tragenden, schwebenden und glückseligen) klang seines bezaubernden instrumentes. und DAS allein war schon ein unerwarteter echtzeiterfolg (denn ich spiele mit dem paranormalen wie lotto:
glaube nicht dran und bin umso verwunderter, wenn es fast immer so eintritt, wie es sich ankündigt - nur beim lotto klappt die methode nicht ganz so gut, mehr als drei richtige habe ich nie).
dann noch die letzte gelegenheit wahrgenommen, mich für die speakers corner anzumelden: "hallo, ich würde dann auch noch was machen." was, wie ich heiße? TOM. ja, und
weiter? NUR TOM. wann wäre ich dran? jetzt gleich nach diesem redner. ok... ok.
bis grade war alles so schön entspannt, konnte zufällig Nikos "EUROPA 2017" filmen, meinen lieblingssong, nachdem ich bei "HIMMELBLAU" noch nicht diesen magischen druck in der hand gespürt hatte, der mich instinktiv meine kamera führen (und drehen) lässt. ärgerlich, denn der himmel WAR wirklich himmelblau (was auch sonst!), aber zum glück gibt es ja "HIMMELBLAU" als perfektes schwarzweiß-video auf youtube (ein professioneller musikclip!), das entschädigt für den nicht festgehaltenen augenblick unter freiem himmel. dieses festhalten-wollen: was für ein seltsamer widerspruch zu dem zen-inspirierten fließen-lassen. aber weißt du wieso? es ist irgendwie ziemlich verrückt und ganz einfach: immer wenn ich ganz loslasse und nur den totalen AUGENBLICK ALS SOLCHEN genieße, ist die energie zum festhalten-KÖNNEN gleichzeitig am höchsten. die kraft und die lockerheit zum kunstmachen nimmt automatisch zu, wenn sie am allerwenigsten benötigt wird, weil ich mit dem purem aufsaugen und teilhaben am strom der dahinfließenden elemente zufrieden bin, weil ich den SINN DES LEBENS IM DIREKTEN ERLEBEN DES LEBENS spüre, und mich in den glückseligkeitsrausch der ineinander verzahnten umstände fallen lasse. im grunde dasselbe wie während des schreibflusses genau jetzt: durch den tinnitus bin ich zwar matsche im kopf und mein herz drückt nach unten, während die tränen nach oben schießen (durch den entstehenden unterdruck zwischen HERZ & HEULEN beim auseinanderziehen der kraftfelder in die entgegengesetzten körperrichtungen beginnt im bereich des kehlkopfchakras -das geöffnete 4.auge- diese impulsive materialisierung geistiger strukturen), aber das "is-mir-doch-scheiss-egal-was-die-anderen-denken"-plemplem-gefühl (als totaler verlust des qualitätsanspruchs an mich selbst mangels konzentration: KEINE KONTROLLE mehr, kein werturteil über das produzierte!) erzeugt nebenbei diese freiheit, nur DAS niederzuschreiben, was sich von selbst beim tatütata ausdrücken will, während die kirchenglocken am montag wenigstens schweigen. und so stülpe ich mir diese flauschigen kopfhörer auf beide ohren, drehe die regler ganz hoch und beginne zu tanzen und dabei den gestrigen blog raus zu schreiben. dazu schwarzer kaffee mit rohrzucker und buttertoast mit holunder-heidelbeer-marmelade. mein neuer hausarzt wäre begeistert, denn nach seiner medizinischen meinung "brauchen wir zucker", während die pensionierte schamanin den zuckerpilz mit der homöopathischen darmkur radikal eliminierte und ein verdauungsenzym dabei gleich mit über den jordan schickte, das bis heute trotz teurer therapie-versuche (dank herstellung eines medikamentes aus eigenblut) nicht wieder gesehen ward. blau blau blau wie der änn-zühm-waaaaaahn, heidewitzka heino und jucheissassa! seitdem kann ich auf alle hülsenfrüchte (wie mais) gänzlich verzichten, sie werden sowieso nicht zersetzt. und das wars schon für heute. die knöchel sind wieder geschwollen, das tanzen hilft nicht genug, aber immerhin hat sich der tinnitus in die hinterste ecke verpisst. UND ICH LEBE NOCH! hatte ich eigentlich irgendwo schon im blog erwähnt, was der hörtest ergeben hatte? ich höre auf meinem rechten ohr VIEL ZU GUT, nämlich so gut wie ein 18-jähriger, während das linke "normalgut" empfängt, wie es sich für ein 43-jähriges trommelfell als akustisches stargate ziemt: die herannahenden schwingungen titschen durch den kanal aus flimmerhäärchen (das "fell" ist kein fell im sinne einer membran sondern ein dschungel aus feinsten stäbchen), aber weil das gehirn auf beiden ohren gleich gut empfangen will, dreht es den inneren selbstverstärker auf und nimmt die überschüssigen geräusche rechts dabei in kauf, damit das linke auch möglichst viel hört. so endet die sinnliche gleichberechtigung im akustischen desaster und raubt einem den schlaf, weil das gehirn sich beim surren seiner eigenen elektrizität ertappt. solche themen sind für manche leser wohl langweilig und wirken narzißtisch. immerhin gibt es noch immer zahlreiche weltprobleme, die ungelöst darauf warten, daß die perversen entscheidungsträger entweder abdanken oder aus einem neu gelernten respekt statt profitgier & profilneurosen handeln. warum ich aber einen therapieblog trotzdem und erstrecht für absolut anti-narzißtisch erachte, ist die erstaunliche tatsache, daß hinter jeder verfluchten öffentlichen handlung eine ganze schockierende verkettung individueller psychischer abgründe lauert, die von den medien solange verschwiegen wird, wie die drahtzieher legal über ihre marionetten in den kostümen "seriöser" politiker oder zahlenjonglierender wirtschaftsbosse auftreten dürfen. erst wenn ein skandal diesen seelischen sumpf hinter den kulissen des untherapierbaren kasperle-theaters offenbart, EMPÖRT SICH DAS VOLK manchmal kurz und schmerzlos, um dann zur antipsychiatrischen tagesordnung überzugehen. aber die SEELE zeigt sich trotzdem weiterhin in jeder kleinsten geste, vom halbstarken hupen des neuköllner autofahrers bis zum militäreinsatz im nachbarland, der zivile verluste "bedauert". wir sind die perverse rasse der erdianer, die sich gegenseitig in kitschigen vergnügungsparks schaufoltern. die außerirdischen sender berichten schon seit jahrtausenden in ihren sadistischen soap-serien über uns. wir sind das intergalaktische lieblingsprogramm ALLER außerirdischen rassen! aber solch eine kosmische tatsache ist einfach um mehrere dimensionen zu groß für die menschliche hirnqualle. solange wir jeden tag tagtäglich tag für tag unsere neuesten skandalösen sketche brav an den sender abliefern, haben wir nichts zu befürchten. die revolution im universum beginnt erst, wenn das programm "erde" zu langweilig wird. darum macht weiter möglichst viel tätärätä und bummbumm - und wir haben die lacher auf unserer planetarischen seite...
V.36: 1.6.2011
wenn jeder mensch / in ganz genau der dem die das / entgegengesetzten richtung / recht hat und kein wort mehr /
aus unendlich teilbaren zeichen / zu bestehen scheint die leere / zwischen allen polen leerer wird / als die veralteten buddhisten ahnen / und die falschen christen wie die hölle / fürchten dann
ja dann / dann treffen sich die seelen / in dem gläsernen vergoldungstempel / zwischen ihren braven positionen / wo die welt im tiefsten inneren / zu heilen wäre wenn ja wenn der / hier notierte
nerventext / im heiligtum verlesen / würde die der das des menschen / bodenlosigkeit tanzt mit den molekülen / einer LIEBE die viel größer auf beton / geschrieben werden kann als dieses /
unteilbare unwort aus der anderen / epoche oder dimension die wir / nur aus den büchern über bücher / kennen die wir nie im leben / ausgelesen haben oder sein ist / die devise die empörung / ist
mir sicherer als die empore / der beklatschten hände //
(Bruno Brachland Nr.39, 17:52h: "BIPOLARE BEGEGNUNG PARANORMALER PRÄSIDENTEN")
VOR ZUR 35. FORTSETZUNG
Zu den jeweiligen Kapitelanfängen:
I. VORFELD
II. FELDCHARAKTER
III. ROLLFELD
IV. ABFLUG
V. FLUGKRAFT
RÜCKENWIND:
Rede für Dr.med. Wolfram Keller: LEIBHAFTIGES DENKEN
FOTOS AUS DER KLINIKZEIT ALS
NEUROTAO-MINI-MEMORY-SPIEL
DER FEINE UNTERSCHIED ZWISCHEN PSYCHOSE & MYSTIK:
Letzter Blogeintrag vor dem Klinikaufenthalt (Schmer-ZEN-Teil 5)