"Erweiterte Sachlichkeit" 1994-2014: 20 Jahre E.S.-Forschung über echte, erfüllte Liebeslyrik

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"Liebesgedichte gehören zum schwierigsten Genre in der Literatur. Das liegt an ihrer Dichotomie von gewünschter Verschmelzung mit dem einen einzigen, dem die Liebe gehört, und dem Anspruch, dafür eine Formel zu finden, die verallgemeinerbar ist."

Kurt Drawert, in: LYRIK-TASCHENKALENDER 2014

 

"Echte Liebesgedichte gehören zum leichtesten Genre in der Literatur. Das liegt an der Diaphanie der erfolgten Verschmelzung mit dem Auserwählten, der die Liebe erwidert, und dem antimetaphorischen Anspruch, nichts Allgemeineres zu dem hinzu zu fügen, was konkret ZWISCHENMENSCHLICH *  erfahren wird."

De Toys, 23.1.2014

 

 

* Mehr poetologische Details zur Kontaktismus-Theorie des Zwischen-Menschlichen in ihrer Anwendung für die Erweiterte Sachlichkeit finden sich in der NAHBELLPREISREDE vom 21.6.2000 (Linkrubrik "Presse") - außerdem existiert schon das 103.E.S.-Beispiel "ERFÜLLTE"  :-)

 

 

 

Tom de Toys, 12.12.1994, 1.E.S.

W I E D E R G E B O R E N E

wir nahmen
uns
in uns
und schauten
in den augen
in den mündern
das beseelte
mich mit dir und
dich mit mir und
hatten hunger
aus winternächten
da wir zwischen
häuser rannten
die den krieg
erinnern wohnen
überall in uns
verblieben
verblieben

 

 

Tom de Toys, 11.-12.2.2014, 100.E.S.

G L Ü C K S B R I N G E R

unsere gesichter aneinander halten
wie in kindertagen ohne fragen
bis ihr zittern fein genug synchronisiert
daß in den augen lesbar wird
was immer schon zu sagen war
den abstand zwischen diesen körpern so verjüngen
daß die oberflächen eine einzige
wortlose sprache sprechen wenn wir jetzt
das ganze als verdoppelte unendlichkeit empfinden
und das urvertrauen im geteilten atem spüren
springen die verschränkten beine
selbstverständlich über alle schatten
die bewegung des organischen folgt
dem moment als wiederholte ewigkeit in alle ewigkeit
wir sind der sinn mit allen sinnen
und verbleiben im gedankenlosen einverleiben

 

 

 

 "Unter allen Himmelsstrichen, in allen Klimazonen, unter jedem Regime, unter Tyrannen und in Republiken haben sich Menschen abgekapselt oder sind ins Exil gegangen, wenn sie um ihr Leben bangen mußten, nur um dieses seltsame Schreibbedürfnis zu stillen. (...) Die Personalakten eines Beamten enthalten die Beurteilungen, die seinen Wert bestimmen. Nahezu für jedermann gibt es Kriterien, unbestrittene Diplome. (...) Der Schriftsteller jedoch? Der Künstler? Niemand, keine Institution hat ihm diesen Titel verliehen. Er hat ihn sich zugelegt, ohne zu wissen, ob er das Recht hatte, sich damit zu schmücken. Die Aufgabe, die er sich gesetzt hat, ist ihm nicht gestellt worden. Sie entspringt keiner unmittelbaren Notwendigkeit, und es ist sehr gut möglich, daß sie sich im nachhinein als schädlich für die Gesellschaft erweist. Wer soll diesem Menschen Mut einflößen  und darüber entscheiden, ob er erfolgreich war oder sein Leben vertan hat? (...) Das Publikum zollt ihm Beifall? Es ist zunächst immer nur ein Teil der Öffentlichkeit, der applaudiert. Millionen Menschen bleiben gleichgültig, während andere sich hartnäckig feindlich verhalten. (...) Letztlich steht am Ende der Laufbahn, die in der stillen Stube eines jungen Mannes begonnen hat, nichts als derselbe junge Mann als Greis mit einem Packen vollgeschriebener Seiten, die gedruckt sind  oder immer noch auf einen Verleger warten. Und selbst wenn das Abenteuer durch ein Wunder mit einem Staatsbegräbnis endet, bleibt noch die Möglichkeit, daß eine neue Generation diesen Ruhm mit einem Lächeln oder einem Schulterzucken zunichte macht."
Georges Simenon, in: DER ROMAN VOM MENSCHEN (1977)

 

JUBILÄUMSROSE (c) De Toys, 27.3.2014 @ Düsseldorf-Wersten
JUBILÄUMSROSE (c) De Toys, 27.3.2014 @ Düsseldorf-Wersten

Weitere Hörbeispiele:

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