Von der pseudotranspersonalen Scheinspiritualität zur perinzendentalen Psychosynthetik der PRÄSENTOMATIK !

Original-Essay: LOCHiSMUß / Fragmente aus den Tagebuchnotizen "Geheimes Wartungsbuch Für Eine Welt Ohne Größenwahn" (G&GN 1993)

"Solange es Religionen gibt, wird es auch Kriege geben."

Merete Ras-Lundbye 1999

 

"Nun ist es nicht so, daß ich die Welt einfach betrachte oder ihr gegenüberstehe; ich verstehe sie unmittelbar, indem ich sie fortwährend in mich selbst umwandle. Alles, was mich umgibt, ja die ganze Unendlichkeit des Raumes empfinde ich nicht länger als außerhalb von mir, sondern in meiner Mitte. (...) Der Organismus und sein Umfeld bilden ein gemeinsames, integriertes Handlungsmuster, in welchem weder Subjekt noch Objekt existiert, weder Täter noch Opfer."
Alan Watts, in: KOSMOLOGIE DER FREUDE (1962)

 

"Du kannst das alles loslassen, du kannst den ganzen Krampf entspannen. (...) Das scheinbare Ich kann nichts tun, um zu erkennen, dass es eine Illusion ist. (...) Plötzlich Leere, plötzlich niemand da, zu dem all das gehört. (...) Niemand kann dir zu dem verhelfen, was schon der Fall ist. (...) Es ist niemand da, der den Verstand transzendieren könnte. (...) Das wilde Auf und Ab der neurotischen Denkmaschine mündet ein in ein gelindes Staunen. (...) Aufwachen heißt, die Leerheit der Leere sehen."
Richard Sylvester, in: ERLEUCHTET - UND WAS JETZT? (2006)

 

"Grenzerfahrungen können einige therapeutische Wirkungen im strengen Sinn der Symptombeseitigung haben. Ich kenne zumindest zwei Berichte über mystische oder ozeanische Erfahrungen, die so tief waren, daß sie bestimmte neurotische Symptome für immer beseitigten. (...) Alles entsteht dann aus sich selbst, ergibt sich ohne Willensanstrengung, mühelos, ohne Absicht. Er handelt jetzt total und ohne Mangel, nicht homöostatisch oder bedürfnisreduzierend, nicht um Schmerz oder Unlust oder den Tod zu vermeiden, nicht um eines Zukunftszieles, eines anderen Zweckes als dem Selbstzweck willen."
Abraham Maslow, PSYCHOLOGIE DES SEINS (1968)

 

Fahrstuhl zur nächsten Dimension (c) De Toys, 4.4.2011 (Hbf, Berlin)
Fahrstuhl zur nächsten Dimension (c) De Toys, 4.4.2011 (Hbf, Berlin)

 

 

Tom de Toys, 21.5.1992 - 9.6.1993
(Textpassagen-Zusammenstellung vom Sommer 1996 als Druckversion zur Erstveröffentlichung in der Zeitschrift "molli" Nr.12, online geringfügig orthographisch überarbeitet am 11.10.2004, jetzt auf Jimdo)

O  C  H  i  S  M  U  ß
Fragmente aus den Tagebuchnotizen
"Geheimes Wartungsbuch Für Eine Welt Ohne Größenwahn"

 

So manches grün durchlösen. Die Identität von Kunst & Leben findet sich nur partiell... / Es gibt nur grundlose (Seins-) WEISEN und (Kunst-) WERKE. Alles ist Inhalt, alles ist Zweck. Alles dreht sich gemeinsam um sich selbst. Irgendwann muß jeder in den Knochen beißen. / DER KNOCHEN IST HOHL. / Nicht verzagen – am Knochen nagen. / Wie absurd: einen erweiterten Begriff von Unendlichkeit einführen, obwohl sich die sowieso nicht mehr weiter erweitern läßt. Nur die falsche (weil begrenzte) Vorstellung im Kopf der Leute, die behaupten, "da ist sie, da ist sie", und sie einfangen wollen und sich dann wundern, daß sie sich vor ihr ekeln. So laßt sie doch frei, die arme Unendlichkeit! Immer soll sie als Versteck vor der Vergänglichkeit herhalten. Feiglinge! / Die einen nennen es Spiritualität und wissen wovon sie reden. Die anderen nennen es Existenzialismus und wissen auch, wovon sie reden. Und ich rede vom SEIN OHNE SEIN und weiß nicht, was ich meine... / Jede Wahrheit ist größer als ihre Theorie. / Berühre und verwandle die Natur nur dort, wo sie Dich wünscht und braucht, nicht aber weil Deine innere Suche (nach Ruhe, Frieden, Freiheit, Liebe, Ewigkeit) eine äußere Bestätigung benötigt. Verwandle deine Not in eine absolute Leere, um durch alle Bilder –außen wie innen– ins Licht zu dringen: Deine nackte Anwesenheit west grundlos in sich selbst als Teil der Welt. / Keine Verwechslung mehr: Solange ich alles mögliche (und sei es noch so inneres) DU bin, bin ich nicht ICH. Erst das Ich, das ich nicht zum Gegenstand (meiner Betrachtung eines Du) machen kann, ist mein Zuhause. EIN HAUSLOSES ZUHAUSE. Das ewige DU OHNE DU, das ich bin ohne Ich, weil letztlich alles in der Verlorenheit vereinigt und identitätslos "da" ist. / Ein Koan: "Wo ist die Mitte, wenn Du alle Teile drumherum entfernst?" / "LEBEN" ist zwar nicht nur ein Wort aber kann die Grundlosigkeit der Grundlosigkeit alles Seienden nicht begründen. Das Staunen über DAS SEIN DES SEINS bleibt eine unnötige Selbstbeweihräucherung, wenn keine Tanzschritte folgen, um die angestau(n)te Energie in Kultur zu verwandeln. / Unterwegs zur verlorenen Intensität. Wo ist sie? Was ist sie? Wann ist sie? ERROR spuckt der Computer aus; denn es handelt sich bei ihr um hEartware. Intensität ist unauffindbar, Du kannst Dich nur drin ein(s)finden. / Solange die gesellschaftliche Mehrheit die selbstzerstörerische Rückwirkung ihrer Beschäftigungssysteme (materialisierte Erinnerungen) als morbiden Beigeschmack ihrer Unzufriedenheit in Kauf nimmt, muß die philosophische Durchbrechung des psychistischen Kreisels immer wieder neu aufgewärmt werden, um die Chance einer anderen Bewußtseinsintensität wachzuhalten, die jenseits von Kunst durch innere Kraft agiert – anstatt geistige Hypothe(s/k)en zu konservieren. / Die Jugend lebt von Zeichen, die Alten von Symbolen und die Freien vom rohen Fleisch. / Echte Nähe läßt sich nur raumlos definieren; denn sie beginnt jenseits der Berührung – nicht "davor" und nicht "danach": einfach DA, ohne Zusatz. Die KonZENtration der Berührung erhöht nicht die Nähe sondern nur die Reibung. / DAS KONTAKTIVE SELBST – mit seinen postphilosophischen Reflexionen echter Kunst: Die präsentomatische Banalität der angewandten Seinsbesinnung... die "Andere Wahrnahme" durch Kunstlöcher statt Kunstwerke als kontaktistische Konsequenz des mystischen Vakuums. / Aus einer geplatzten Linie wächst die umfanglose Kugel mit ihren unzähligen Schnittmengen. / Der spirituelle Sprung in die BESITZLOSE BEGEGNUNG als letzte Lösung für das Unauflösliche: das Dasein als solches. Wenn nichts mehr zählt außer DAß was ist. Die gesuchte Metaidentität ist plötzlich nur eine transdualistisch-subidentitäre (Substanz-) Intensität, (...) / Jedes Bewußtsein bedarf einer angemessenen Umwelt, um sich frei & friedlich zu entfalten. Wir können keine unsterbliche Offenherzigkeit erfinden ohne dran zu kränkeln, wenn sich die Außenwelt nicht ebenso durchlöst. Derzeit sind wir noch auf Lustnischen angewiesen, worin mensch aus "Grundloser Inwesenheit" lieben kann. / (...) – kein zentraler Drehpunkt: ALLES IST wandelnde MITTE! Du kannst Dich zwar mehr oder weniger entfernen & annähern, jedoch nie gänzlich verdrängen, weil Du als Seiendes immer mit allem in Beziehung bist: alles bleibt im ganzen Sein (ohne zusätzliches Absolutum als ontologische Blasphemie "außerhalb" der gelichteten Verhältnisse) aufeinander bezogen: der kosmische Käfig ohne Wände... / echte Kunst: Bildung sinniger Bemerkungen als Wirklichkeitswahrnahme durch natürliche Kontaktvarianten: / INTEGRALE INTERDEPENDENZEN / Kunstkoan: "Male einen randlosen Kreis ohne Zentrum und siehe das Leben durch die offene Mytte" / Wer in sich selbst ruht, ist automatisch allem nahe: Je näher ich mir selbst bin desto näher rückt die Welt, bis ich ganz in/aus mir wesend mit allem anderen total verbunden bin di bim di dei di lei. Haha hihi schi djam didi. Hohoho dadadadam peng fleng zack hu jop ti di. Angewandter Autismus: Verbindung durch die Leere zu finden... Begegnung, die nicht erreicht, nur entdeckt werden braucht. / "Innere Leere" ist kein Mangel (an Fülle) sondern die Vollendung der Offenheit (für Fülle). / ALLES IST AUßEN. / Sogar das Innerste ist nur erfahrbar, wenn es als Gegenüber veräußert wird – ein letztes echtes Inneres, vielleicht der göttliche Funke, kann deshalb nie als Gegenstand der Betrachtung festgemacht werden sondern bleibt ein inhaltsloser Zustand der Betroffenheit, dessen Ausdehnung auf bestimmte raumzeitliche Punkte abhängig ist von der akuten Berührungskapazität (Kreisweite) des Bewußtseins. Für ein kosmisches Bewußtsein (offener Kreis) wandelt sich also die zugespitzte Vorstellung eines "Funkens" (bei Suchern) in die aufgespreizte Freistellung des "Flusses" (bei Gefundenen). Aus der ehemaligen Frage werden unzählige Antworten. / Mystisch ist nicht der "Punkt" selber sondern die totale Inwesenheit des Bewußtseins im jeweiligen Punkt, als den es sich erlebt: die Bewußtheit. / Jeder Punkt ist nur ein unendlich kleiner Kreis. Die Unendlichkeit (als Frage nach dem metaphysischen Jenseits von ihr) ist überwunden, wenn Du byst, also keine inflationär-verabsolutierende Bezugssuche betreibst, sondern Dir als einer von unendlichen Bezugspunkten die Zeit vertreibst mit dem Zeichnen von Verbindungslinien zwischen den Dir erreichbaren Punkten. / Die Innere Stimme als Öffnung zur Außenwelt für totalen Kontakt, d.h. restlose Begegnung (ohne Ich-Instanz) durch Lauschen und Umsetzen der Eindrücke – die Innere Stimme nicht als esoterische Mitte sondern energetischer Spiegel des Wahrnehmbaren. / ES gibt keine spirituellen Fragen. Darum lautet keine Frage: Loch oder Linie. Der Vermarktung von Identitätsbegriffen entgegnen wir mit durchlöchertem Linienwirrwarr. / Das Loch ist ein metaphorischer Archetyp für potenziellen Inhalt und existiert überhaupt nur in Form von Rahmenkoordinaten, die das symbolische Denken produziert. Um diesen schnöden Schein der Ersatzhandlungen und Pseudo-Erinnerungen zu überwinden, muß ein präsentisches Dänken die kulturelle Konditionierung auf Abwesenheit sabotieren, indem es soziale KONTAKTE STATT KONZEPTE wünscht. So wird das sogenannte Loch die direkte Verbindung zwischen allen Punkten (Kreisen unendlicher Nichtausdehnung: "Zeitigungen"). / Das Lachhafte am Loch ist das Lochhafte; denn das echte Loch ist zu allen Richtungen offen (nicht nur von zwei Seiten wie das flächige)... die ungerahmte Wirklichkeit! In keinem Konzept zu wohnen, mit keinem System zu liebäugeln, ermöglicht erst die PROVISORISCHE PERFEKTION DER PRÄSENZ (PPP) als transzentrische Intensitätsspirale durch Überlistung psychotischer Dualismen wie Innen & Außen. / Die unausweichliche Berührung offener Tatsächlichkeit. Das selbstläufige Wagnis bildfreier Kommunikation im Sinne athematischer Bezüge: Begegnung besteht (bloß) aus/auf dem, was da ist. Nicht mehr und nicht weniger. / Der schizophrene Unterschied zwischen Form & Inhalt bleibt im Lärm der grauen Gesten zurück, wenn Du Dich für eine kontaktive Gesamterinnerung entscheidest: bildliche (Leere-) & sinnliche (Fülle-) Anteile nehmen anteil. / Das natürliche (göttliche) Moment stirbt nie, es paßt sich nur an: gesetzlose Körperdynamik erlaubt grundlose Friedlichkeit und gesunde Fantasien spontaner Sensibilität für plastische Schnittmengen, die zu Erlebbarer Synnlichkait ermuntern. / So würdigt der transrealistische Realitätsbegriff das große Das, das der Durchblick ins Offene freigibt: die Wirklichkeit IST nur... die Wirklichkeit! //

Aus der Serie "Ewige Jugend" (c) De Toys, 5.8.2012 @ Merscher Höhe (Jülich / NRW)
Aus der Serie "Ewige Jugend" (c) De Toys, 5.8.2012 @ Merscher Höhe (Jülich / NRW)

Weitere Hörbeispiele:

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