P.oetische S.abotage:

VERSCHOLLENE WELTLYRIK

 

"Um diesen 'Standard' aufrechtzuerhalten, sind die meisten von uns bereit, ein Leben hinzunehmen, das vorwiegend darin besteht, mit langweiligen Betätigungen genügend Mittel zu erwerben, um in der Zwischenzeit hektischen und teuren Vergnügen nachzugehen, die vorübergehende Erleichterung der Langeweile mit sich bringen. Diese Unterbrechungen hält man für das richtige Leben, für den eigentlichen Zweck, dem das notwendige Übel der Arbeit dient." Alan Watts, in:

WEISHEIT DES UNGESICHERTEN LEBENS (1951)

 

"Seit etwa zwanzig Jahren beherrscht müde pseudo-mystische Lyrik à la Hilde Domin und harmlose Witzeldichterei in der Nachfolge von Robert Gernhardt das Geschehen, häufig auch beides zu einem amalgamiert wie bei Durs Grünbein. (...) Wie? Tranströmer, Hummelt und Grünbein oder gar Sarah Kirsch kann man doch nicht so einfach vom Tisch wischen! Nein, das will ich auch gar nicht. Von all diesen Dichtern gibt es sehr gute Gedichte, und ich lege sie ans Herz. Aber sie vertreten eben, und propagieren, eine Art der Literatur, die, schon per se zum Schwächeanfall geneigt, in der großen Breite der unbegabteren Musensöhne und -töchter endgültig zum kitschigen Schwachsinn kollabiert. (...) Bei Grünbein oder Tranströmer ist das nur in den schlechten Gedichten so, und es gibt auch viele gute, bei denen man sich Mühe gibt, Anklänge an solche Schrecklichkeiten zu überhören. Im Jahrbuch hingegen sieht man das echte Antlitz dieser Art der Banallyrik: (...) Was soll man dazu noch sagen? Diese Lyrik hat keine Kraft, keinen Intellekt, keinen Sprachwitz. Sie ist langweilig. Und leider typisch. (...) Denn wie bei den meisten Lyrikern, die konsequent die experimentelle Traditionen des 20. Jahrhunderts am Leben erhalten, sogar auch bei Pastior, zieht schnell die Wolke der Epigonalität auf. Diese Gedichte sind geistreich und klug, aber es fehlt ihnen an Originalität, an Eigenständigkeit. (...) Nur einfach die alten Mittel der Dadaisten, Konkreten usw immer neu zur Anwendung zu bringen reicht nicht. Es fehlt den Nachahmungen an Kraft."

Samuel Meister, in: LYRIK ALS SUPPENHUHN -

ZUM JAHRBUCH DER LYRIK 2013 (larmoyanz, 1.10.2013)

 

 

Tom de Toys, 27.-30.5.2010

(für das "Jahrbuch der Lyrik" 2011: abgelehnt)


VERSCHOLLENE WELTLYRIK

dieses gedicht wird einmal
richtig berühmt sein und
zwar in genau fünfzig jahren
rein zufällig und überpünktlich
zu seinem 50sten entstehungsjubiläum
und zwar weil es JETZT von
jemandem GELESEN wird dem es
so sehr gefällt daß er es seinem
eigenen enkel zum 16.geburtstag
(anstatt eines mopeds) schenkt
den es wiederum dazu inspiriert
einen lyrikverlag zu gründen
um es erneut zu verlegen weil
ihm alle brandneu geschriebenen
langweilig erscheinen.
vergleichsweise. VERGLEICHSWEISE
LANGWEILIG - die leser hätten
etwas besseres schöneres tieferes
verdient: ein gedicht (?) in dem
das wort "wort" kein tabu wäre
der dichter sich traut zuzugeben:
daß er alle texte auswendig kann ja
die gesamte menschheitsbibliothek
in seinem kopf kursiert... aber
das nur nebenbei - nebenbei noch
mein glückwunsch zum kauf !!!
dieses jahrhundertereignisses
(abgesehen von anderen
katastrophen die unser
herz ziemlich bewegen und
die seele berühren die seele
der seele jaja das seelische
plankton statt platons
sesam) öffne dich
nie? nie? nie?

 

De Toys @ VIENNA (c) G&GN, 7.10.2009 @ Archiv: www.LICHTZEILE.at
De Toys @ VIENNA (c) G&GN, 7.10.2009 @ Archiv: www.LICHTZEILE.at

 

 

       KUNST

 

 

                     KOMMT

 

 

                                               VON

 

                                                                       KINDER

 

 

 

                                                                                                KRAM

 

 

 

Bruno Brachland Nr.64, 21.9.2013 (8-10 Uhr morgens)

KLAMMER NICHT !
(HOMMAGE AN HEIßE QU[E/A]LLEN)

die ganze lyrik ist ein krampf /
was bleibt denn übrig außer dampf /
du dichtest ex-pe-ri-men-tell /
läufst über über überschnell /
dann kommt das klassische (urkomische] erwachen /
weil der körper plötzlich schrumpelt /
unbrauchbar romantische sachen /
inhalt hinkt die seele humpelt /
ich ist keiner außer heiner /
heine hein hei he haha /
[HOPP HOPP HOPP HOPP /
DAS HÄSCHEN LÄUFT /
UND LÄUFT GALOPP] /
wir stehen da und wundern uns /
daß petra einen preis bekommt und /
dieter nichtmal dritter wird /
worüber man kein wort verliert /
das publikum hat applaudiert /
verräter werden abserviert /
das kategorische ist impulsiv /
der nächste reim reimt tief auf /
SCHRÄG... STRICH SCHIEF weil freie /
kunst im sand verlief verlief //

 

(S)CHATTEN (c) De Toys, 18.9.2013 @ Stoffeler Friedhof (Düsseldorf-Oberbilk)
(S)CHATTEN (c) De Toys, 18.9.2013 @ Stoffeler Friedhof (Düsseldorf-Oberbilk)

Weitere Hörbeispiele:

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