DAS METAMINISTERIUM MUSS KOMMEN!

Konsumkannibalismus? Kulturinzucht? Woraus besteht der Kulturbetrieb wirklich?

Der folgende Text richtet sich AUCH AN MILLIONÄRE & NICHT-OPPOSITIONELLE, er richtet sich an das MENSCHSEIN AN SICH! Bitte erzählen Sie Ihrem Freundeskreis von dieser Vision und hinterlassen Sie gerne eine konstruktive Kritik im Gästebuch!  Ihr G&GN-INSTITUT

ZITATE AUS DER 1.REVOLINA: >>Sehnsucht treibt uns Menschen an, wer keine Sehnsucht hat, wird weder kreativ noch krank - und schleicht im schlimmsten Fall wie ein angepasster Schatten seiner Selbst dahin, bis auf dem Grabstein gemeißelt steht: "Dieser Mensch hat nicht gelebt und ist trotzdem schon gestorben". (...) Das neue Ministerium hätte ermittelt, was Kunst und Kultur für den einzelnen Bürger bedeutet. Warum er am kulturellen Leben teilnimmt oder nicht, warum er den Kulturbetrieb hasst oder liebt, ob er die Kunstszene kennt oder meidet, wen er für einen wichtigen Künstler und Kulturschaffenden hält oder warum nicht, etc pp... Dann stellt sich heraus, daß die meisten Menschen weder Zeit noch Kraft haben, um wirklich aktiv an ihrer eigenen Kultur teilzuhaben.<<

Plädoyer zur Gründung eines MINISTERIUMS FÜR SEHNSUCHT & SEELE

In einem Anflug von Tagträumerei schrieb ich heute mittag (am spätsommerlich warmen Dienstag, den 24.9.2013 nach der Wahl) diese VISIONÄR-VIRTUELLE Rede im Stile der "lässigen" NEUROPOLITIK in einem Rutsch runter, aber ich lese nicht gerne vom Blatt ab, sondern lasse mich lieber vom wortwörtlichen Augenblick inspirieren, also davon, was mir die Blicke der Zuhörer verraten, denn mehr lohnt sich eh nicht zu sagen, als das, was empfangen wird. Deshalb nutze ich diesen Text lieber als prosaischen Grundstein für die neue Version jener Idee, die mich seit Jahren verfolgt, meist in Gedichten, Manifesten, Gesprächen mit feinsinnigen Freunden und zufälligen, einmaligen Begegnungen (jene magischen Wortwechsel mit "fremden" Menschen, die plötzlich vertraut sind wie Seelenverwandte) - oder auch durch Lektüre sehr ähnlicher Gedanken in Büchern, die mir aber nicht radikal genug auf das tieferliegende Problem hinter den ganzen Zeitdiagnosen eingehen, sondern letztlich doch wieder nur allzu rational glattbügeln und damit das schlechte Gewissen beruhigen, ohne auch nur die geringste Änderung zu bewirken, obwohl sie es eigentlich sogar gut meinten. Ich hoffe, mit dieser Rede einen kleinen Impuls in die richtige Richtung zu leisten. Möge sie Anstoß für weitere Überlegungen sein, ohne als Anstoß zu anstößig und als Überlegung zu überlegen zu wirken. Ich bin ein spontaner Mensch und jongliere gern mit dem Zündstoff, der aus der spontanen Inspiration ins Bewußtsein gelangt. Auch im Gespräch habe ich oft schon erlebt, wie die Gedanken erst richtig losfliegen, wenn Spontaneität nicht tabuisiert wird, denn dann kommt der ganze zivilisierte Müll erst ans Tageslicht, den wir wie einen Klotz am Bein durch den Alltag tragen. Nicht alle Gedanken erweisen sich im spontanen Gespräch (oder innerem Monolog wie in diesem Fall hier) als brauchbar, als sinnvoll oder realistisch genug, um sie auszubauen. Aber wenn man nie anfängt, sich "freizudenken", wird man auch niemals erfahren, ob man vielleicht einen Funken brauchbarer Visionen entfachen kann. Daher traue ich mich einfach, immer im Glauben, daß wir uns nicht völlig verschieden sind und wir uns gegenseitig als Menschen durchaus einige Sachen "von der Seele schreiben" können, die der andere ähnlich sieht oder sehen könnte, wenn er sich traut, diese Gedanken von allen Seiten neutral zu beleuchten und zu begutachten. Und das bist jetzt DU, mein geneigter Leser, der Gutachter und Ausleuchter! Lehn Dich zurück und genieß die Vorstellung, ich stände am Rednerpult vor Dir und würde den folgenden Text so performen, wie Du mich auf der Bühne mit Lyrik kennst! Unterbrich mich nicht unbedingt nach jedem Satz, sonst komme ich doch noch durcheinander, aber warte auch nicht bis zum Schluss, sondern geh mit mir in Dein eigenes inneres Gespräch, um die Vision wirken zu lassen und kritisch weiter zu entwickeln. Dann schreib die nächste Rede - ja, DU! Und wir sammeln die vielen verrückten Fragmente im Pingpong-Verfahren, um nach und nach zu einer sinnvollen metapolitischen Strategie zu gelangen. Vielleicht wird der Traum eines Tages in gar nicht so ferner Zukunft schon wahr und wir treffen uns in diesem neuen Ministerium, von dem ich Dir jetzt hier erzählen möchte...

 

"Die Idee der Liebe fordert aber die individuelle Überwindung der monadischen Isolierung. Sie will die erfüllende Hingabe der Individualität in der unbedingten Solidarität von Person zu Person. (...) Aber die wirkliche Befriedigung der Individuen läßt sich nicht in eine idealistische Dynamik einspannen, welche die Erfüllung immer wieder hinausschiebt oder überhaupt nur in das Streben nach dem nie schon Erreichten verlegt. Nur GEGEN die idealistische Kultur kann sie sich durchsetzen; nur GEGEN diese Kultur wird sie als allgemeine Forderung laut. Sie tritt auf als die Forderung nach einer wirklichen Veränderung der materiellen Daseinsverhältnisse, nach einem neuen Leben, nach einer neuen Gestalt der Arbeit und des Genusses." Herbert Marcuse, in:

ÜBER DEN AFFIRMATIVEN CHARAKTER DER KULTUR" (1934-38)

 

"Wenn der Mensch zur Liebe fähig sein soll, muß der Mensch selbst an erster Stelle stehen. Der Wirtschaftsapparat muß ihm dienen, und nicht er ihm. Er muß am Arbeitsprozess aktiven Anteil nehmen, anstatt nur bestenfalls am Profit beteiligt zu sein. Die Gesellschaft muß so organisiert werden, daß die soziale, liebevolle Seite des Menschen nicht von seiner gesellschaftlichen Existenz getrennt, sondern mit ihr eins wird. Wenn das, was ich zu zeigen versuchte, zutrifft - daß nämlich die Liebe die einzig vernünftige und befriedigende Lösung des Problems der menschlichen Existenz darstellt, dann muß jede Gesellschaft, welche die Entwicklung der Liebe so gut wie unmöglich macht, auf die Dauer an ihrem Widerspruch zu den grundlegenden Bedürfnissen der menschlichen Natur zugrunde gehen."

Erich Fromm, in: DIE KUNST DES LIEBENS (1956)

 

"Millionen aus dem Gesellschaftskörper ausgeschlossene Menschen, ausgespuckt von der als demokratisch bezeichneten Denkungsart. Nie von jemandem vertreten, nirgends aufgerufen, unaufhörlich abgesondert, unsichtbar in den Welten der Kultur, der Politik, der Literatur, des Fernsehens, der Medien, der Werbung, des Kinos, der Reportagen, der Universität, der Verlage, aus der Sicht verbannt - die Oligarchen wollen nicht an die Existenz dieser Beweise erinnert werden, die als Ausgesonderte belegen, dass das System gut und mit voller Kraft funktioniert. Jede Rückkehr dieses Verdrängten versetzt sie in Wut, und sie erlauben sich alles, um es zu vernichten, zu verhindern und zu zerlegen."

Michel Onfray, in: DIE REINE FREUDE AM SEIN (2006)

 

"Muss man Vorstandsvorsitzender sein, um mitzubekommen, dass an den Business Schools Unsinn gelehrt wird? Muss man Managing Director auf der Visitenkarte stehen haben, um zu merken, dass sich viele Unternehmen zu Tode analysieren? Im Gegenteil: Wer zu lange in der Mühle steckt, dem fällt nichts mehr auf. An der WHU gibt es kein Studentenleben. (...) Zur geistigen Freiheit wird da niemand erzogen. Für Reflexion ist kein Platz im vollgepackten Curriculum. In der spärlichen Freizeit wird gesoffen. (...) Es ist ein reines Bulimie-Lernen: in sich reinfressen und in der Prüfung rauskotzen. Intellektuelle gibt es da nur trotz und nicht wegen der WHU. An den Wirtschaftsuniversitäten wird reines Schablonendenken vermittelt. Geisteswissenschaftliche Komponenten fehlen völlig. Was haben Sie verdient? Eine Menge. Man hatte nur keine Zeit, es auszugeben. (...) An den Wochenenden schliefen manche durch, andere feierten hart, um die Woche zu verarbeiten. (...) Leistung ist in diesem System die einzige Religion. Wer das Risiko scheut, überlebt am besten. Die Leute sind ängstlich und brutal ehrgeizig, Statussymbole sind ihnen wichtig. Und man muss technokratisch veranlagt sein, sonst langweilen einen die Analysen und scheinrationalen Prognosen." Benedikt Herles:

Abrechnung eines Karrieristen

- Bluffen gehört zum Geschäft (Spiegel, 8.10.2013)

 

 

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Tom de Toys, 24.9.2013, 1.REVOLINA (Rede von links außen)

DIE STIMME DER ECHTEN STIMMUNG
(PRIVATES POLITISIEREN STATT

PRIVATPOLITIK VON OBEN ZU DULDEN)


Ich habe noch ein Problem mit Politdeutsch, nicht nur weil ich selber Gedichte schreibe und darum gewohnt bin, jedes Wort auf die Goldwaage zu legen, sondern weil Wörter wie "Genossenschaft" zu leicht in blinder "Gefolgschaft" münden. Erlaubt mir daher, Euch einfach als Parteifreunde statt Genossen zu begrüßen, um mich nicht wie in einer Sekte zu fühlen, sondern das FREUNDSCHAFTLICHE an den linken Idealen zu betonen! Wären wir Menschen überall und immer zu Freundschaft bereit und fähig, zumindest im Sinne von Ehrlichkeit, Respekt und Höflichkeit, bräuchten wir gar keine Politik: Parteien wären überflüssig! Aber so sind wir eben nicht, obwohl wir es gerne wären. Stattdessen arbeiten wir uns tagtäglich tot und kämpfen gegen Konkurrenten. Träume und Visionen werden dabei auf ein unbestimmtes Übermorgen verschoben. Mit dem Aufbau eines neuen Ministeriums soll dieses ewige Verschieben von Visionen endlich zuende sein! Um Menschen nicht nur wie Roboter in rein wirtschaftlichen Werten zu definieren, sondern sie in ihren tiefsten Sehnsüchten und seelischen Belangen abzuholen, plädiere ich für die Neugründung eines "METAMINISTERIUMS FÜR SEHNSUCHT & SEELE" mit einem Team aus Philosophen, Soziologen, Kulturkritikern, Psychotherapeuten, Sozialpädagogen und Streetworkern (habe ich jemanden vergessen?), die als METAPOLITISCHE MECKERBOX die wahre Stimmung in den Herzen der Bürger analysieren sollen. Und hier geht es wahrlich nicht um eine Kuschelecke der Nation, sondern darum, die ganze unterdrückte und verdrängte Unzufriedenheit der Bürger ernst zu nehmen, endlich von ganz unten an der echten Basis zu erfahren, was uns wirklich emotional im Alltag belastet, welche Sorgen wir mit uns herum schleppen, was uns letztlich krank macht, manchen sogar in den Wahnsinn oder Selbstmord treibt. Wir werden dazu erzogen, gut zu funktionieren - bis wir einfach zusammenklappen. Dann springt die Krankenkasse für uns ein, im Extremfall sogar die verfrühte Rentenkasse. Das sind Steuergelder, meine Damen und Herren, Steuergelder, die wir einsparen könnten, wenn wir GLÜCKLICH wären! Lebensglück hält lange fit und Sorgen machen krank, so einfach ist das. Heutzutage nehmen die seelischen Erkrankungen drastisch zu. Vielleicht sind das die beiden größten Branchen, deren Boom erst jetzt richtig losgeht: die KRANKENWIRTSCHAFT und die KREATIVWIRTSCHAFT. Interessanterweise gibt es zwischen diesen beiden Bereichen eine Schnittstelle: die Sehnsucht! Sehnsucht treibt uns Menschen an, wer keine Sehnsucht hat, wird weder kreativ noch krank - und schleicht im schlimmsten Fall wie ein angepasster Schatten seiner Selbst dahin, bis auf dem Grabstein gemeißelt steht: "Dieser Mensch hat nicht gelebt und ist trotzdem schon gestorben". Erst wenn die Seele Sehnsucht empfindet, spürt sie ihr Unglück im vollen Ausmaß und leidet darunter. Der angepasste Mensch wird erst viel später krank und wundert sich dann, weil er sich noch nie im tiefsten Innern um sich selbst gekümmert hat. Er hat den Kummer immer runter geschluckt, um gut zu funktionieren. Bis zum bitteren Zusammenbruch. Mit einem Ministerium für Sehnsucht & Seele könnten wir auf nationaler und europäischer Ebene bürgernah dazu beitragen, daß sich nicht nur die konkreten Zustände ändern, sondern die Menschenwürde auch und vorallem dort wieder hergestellt wird, wo das Menschsein beginnt: IM INNERSTEN DES INDIVIDUUMS - ansonsten zäumen wir weiterhin das Pferd von seiner falschen Seite auf! Die ewige Symptombehandlung packt das Übel nicht mehr an der Wurzel, nur mal hier und da Gesetze erlassen, die dann sowieso umgangen werden, sind doch bloß sehr kostenspielige Beschäftigungsmaßnahmen für Beamte und Behörden, denen die seelischen Nöte des Volkes ein Fremdwort sind. Verständlicherweise, möchte man sagen, denn sie haben gar keine Zeit, um sich selbst noch als normale Bürger zu erleben. Und das ist der springende Punkt: die Zeit! Uns fehlt* die Zeit, die Zeit einmal anzuhalten, obwohl genau das ein beliebter Gedanke ist, den man von vielen Menschen mit einem Seufzer zunehmend hört: Es fehlt die Verschnaufpause, die echte Entspannung, die Freizeit, um das zu genießen, wo all unsere produzierten Werte landen, wenn sie unsere Büros und Fabriken verlassen: DAS LEBEN SELBST, das uns verbindet!! Es genügt doch nicht, daß wir mit Autos zu Werkhallen fahren, in denen wir neue Autos zusammenschrauben, die wir im Autobahnstau morgens früh anderen völlig genervten, verschlafenen Mitmenschen vorführen, die dann nach Feierabend noch schnell zum Autohändler fahren, um sich das neue Modell auch anzuschaffen. Das ist eine total durchgeknallte "Bewegung zur Mehrbewegung" (vgl. Peter Sloterdijk im Eurotaoismus) ohne Sinn und Ziel außerhalb ihres Selbstzwecks, der vielen inzwischen suspekt ist. Ich würde gerne die unzähligen Selbstgespräche der Menschen in ihren Autos morgens früh einmal mithören, wenn sie die völlig vergeudete Lebenszeit SPÜREN, ohne daran etwas zu ÄNDERN. Wenn wir tatsächlich nicht weitermachen würden, das ganze Volk in einen "genervten Generalstreik" träte, dann bräche das ganze System einfach kurzerhand zusammen und weder die Tankstelle noch der Bäcker hätte morgens früh geöffnet. Wir können uns zwar keinen Generalstreik leisten, aber wir könnten uns einen ganz anderen Trick konstruktiv zunutze machen: mithilfe des neuen Ministeriums ließe sich NEBENBEI analysieren, woran es uns mangelt. In Umfragen und permanent mobilen Projekten könnten wir die Stimmung des Landes "von unten" einfangen und die Ergebnisse an die anderen Ministerien weiterleiten. An einem Beispiel sei diese Methode verdeutlicht, man nehme zum Beispiel die unzähligen Millionäre: Vielleicht sind darunter sogar mehr anständige "linke Millionäre" als man erwartet, aber die haben vielleicht allesamt Angst, daß ihr Geld gar nicht für soziale Zwecke verwendet würde, sondern wieder in skandalöse Forschungsprojekte wie den Eurofighter fließt. Kennen Sie einen Millionär persönlich? Wissen Sie, wofür er vielleicht großzügig inkognito spendet, weil er KEIN asozialer Egozentriker ist, sondern wissen möchte, wo sein Geld landet, das er sich vielleicht schwer verdient hat? Nicht jeder Millionär hat einfach im Lotto gewonnen, nicht jeder Jaguarfahrer ist geizig und geldgeil sondern vielleicht heimlich Mäzen! Manche behaupten sogar, daß die Welt NOCH VIEL übler aussähe, wenn nicht ständig sehr positive Dinge gelängen, von denen die Tagesschau selten berichtet! Man kriegt ja ein völlig verzerrtes Bild von dem globalen Dorf Erde, das einen depressiv stimmen könnte, wenn man nur all den zum Schreien schrecklichen Sensationsmeldungen folgt, ohne die vielen Projekte zu kennen, die parallel zu der Zerstörung dem permanenten Aufbau besserer Strukturen dienen! Dort sollten wir mehr offizielle Stellenausschreibungen für "engagierte" Querdenker hinlenken, nicht nur in Pflegeberufe oder fast auferzwungene Umschulungen zu Kita-Erziehern für Menschen, die sich dazu gar nicht berufen fühlen und dementsprechend die Arbeit auch nicht gut und gerne bewältigen würden. Oder man nehme die viel zu elitäre und bürokratisch komplizierte** Kulturpolitik: Das neue Ministerium hätte ermittelt, was Kunst und Kultur für den einzelnen Bürger bedeutet. Warum er am kulturellen Leben teilnimmt oder nicht, warum er den Kulturbetrieb hasst oder liebt, ob er die Kunstszene kennt oder meidet, wen er für einen wichtigen Künstler und Kulturschaffenden hält oder warum nicht, etc pp... Dann stellt sich heraus, daß die meisten Menschen weder Zeit noch Kraft haben, um wirklich aktiv an ihrer eigenen Kultur teilzuhaben. Das fängt damit an, daß man freitags erschöpft zuhause bleibt, obwohl man seit 20 Jahren mal wieder so richtig Abtanzen will wie früher. Und das hört nicht damit auf, daß man samstags lang ausschläft anstatt auf den Trödelmarkt zu gehen. Bei den einen reicht das Geld nicht für die Oper, bei den anderen fehlt die Zeit für Galerienrundgänge. Und schon hätte man ein verwertbares Ergebnis für die anderen Ministerien, nämlich die LEBENSUMSTÄNDE der Menschen zu ändern, damit sie überhaupt GENUG GELD & ZEIT haben, um trotz Arbeit oder Arbeitslosigkeit gesund und glücklich zu bleiben oder überhaupt erst zu werden! Was bringt uns denn das Totarbeiten, um Weltmeister in der Wirtschaft zu sein? Den Tod, sonst nichts! Und das, liebe Parteifreunde, gilt auch global. Wenn die Menschheit als ganze schon nicht einfach so stehen bleiben und innehalten kann, ohne den Zusammenbruch der Weltwirtschaft zu riskieren, so haben wir doch eine Chance auf Heilung von unserem ganz alltäglichen, normalen Wahnsinn: wir sprechen von nun an über all unserer Sehnsüchte, wir tauschen uns seelisch aus, anstatt irgendwann Amok zu laufen oder Terrorzellen zu bilden! Denn das sind die "weichen" Fakten, die sich zu handfesten Krisen verhärten, wenn wir sie unterdrücken, belächeln und der Jugend als Träumerei überlassen. Gerade von ihr könnten wir einiges lernen. Erinnern wir uns gegenseitig an unsere eigene Jugend, bevor wir zu alt sind, um uns überhaupt noch zu erinnern. Hören wir den Kindern und Schülern endlich richtig zu, anstatt ihnen nur angesammeltes Wissen einzutrichtern. Das Wissen der Menschheit ist auf die Generationen und die Gesellschaftsschichten verteilt. Lasst uns ein Stimmungsbarometer schaffen, um uns vor zukünftigen Krisen zu schützen. Die Kehrseite der praktischen Probleme ist eben die Seele, die unendliche, schwer fassbare, undurchdringliche und geheimnisvolle Instanz, die weder von Neurologen noch Esoterikern auf den Punkt gebracht werden kann, weil sie aus zu vielen Punkten besteht, die noch beim Namen genannt werden müssen. Wenn wir die WELTSEELE DER MENSCHHEIT in all ihren berührenden, persönlichen Facetten verstehen, gelingt es uns leichter, für Frieden und allgemeine Gerechtigkeit zu sorgen. Weil wir dann wissen, woran wir bei uns selber sind anstatt unseren selbstgemachten äußeren Zwängen ausgeliefert zu sein. Nehmen wir unsere Sehnsucht nach einem besseren Leben ernst und reden wir über die Dinge, die bisher privat waren, stigmatisiert und tabuisiert. Gründen wir ein Ministerium für Sehnsucht & Seele und sammeln die sensiblen Daten. Nehmen wir uns als Menschen wahr, nicht nur als Arbeitsmaschinen. Behandeln wir uns als Freunde und schenken uns ein Ohr. Es ist automatisch das linke Ohr. So wird das Verhältnis zwischen Politikern und Bürgern wieder gesund. Und der Politiker gewinnt seine Menschenwürde durch sein freundschaftliches statt falsches Verhalten wieder zurück. Für eine linke statt linkische Politik - POLITIK KANN BERÜHREN STATT VERFÜHREN !

 

 

**ein eigenes Beispiel für die komplizierte BÜROKRATIE der Kulturpolitik:

Während eine Kunstlehrerin vor einigen Jahren in Berlin-Neukölln kurzfristig Projektgelder über das sogenannte "Quartiersmanagement" aquirieren konnte, um mich in ihren Kunstunterricht an den Campus Rütli zu holen, müßte ich als freischaffender Künstler in Düsseldorf eine aufwendige Prozedur überstehen, um den Status der Seriosität & Professionalität für die Initiative "Kultur und Schule" zu erlangen, quasi als Eintrittskarte in den Club der offiziell genehmigten Künstler mit Prädikat "didaktisch wertvoll". So verstreicht viel Zeit und Energie und besonders im Bereich der Kreativität heißt das auch: es verpufft Inspiration, Motivation und der günstige Augenblick, der manchmal mehr zählt als langes Warten auf Godot. Hinzu kommt, daß nicht jeder Kreative auch über die Fähigkeit zum Selbstmanagement verfügt. Wer geniale Werke produziert, versteht noch lange nicht unbedingt etwas von Marketing und Selbstinszenierung, obwohl das künstlerische Profil vielleicht genau zu einem Projekt passen würde. Da sieht man, wie grobschlächtig und unsensibel wir jene behandeln, die wir andererseits für ihre "sensible Künstlernatur" ach so sehr lieben. Im Regal stehen zwar gerne die Fake-Buchrücken von Gesamtwerkausgaben "unserer" Goethes & Heines, aber wenn die geballte Ladung kritischer Kunst in der Person eines Jonathan Meese wie der leibhaftige "Messias on speed" auftaucht, zucken wir plötzlich zusammen und sehnen uns nach der posthumen Epoche der Kataloge, in denen wir völlig "gefahrlos" die Fotostrecken seiner Performances bewundern, ohne uns seiner kreativen Kraft als LEBENDIGER MENSCH ausgeliefert zu fühlen. Seine spontane, tabulose Lebendigkeit aber vermissen wir bei uns selbst jeden Tag mit dieser nostalgischen Note der unbestimmten "allgemeinen Sehnsucht" nach echtem Leben...

*drei simple Beispiele für ZEITMANGEL:

1) Der eine Bürohengst sitzt eingequetscht in den Düsseldorfer Minibüros der schönen, schiefen Gehry-Gebäude und hat von deren Ästhetik als Kulturwert rein gar nichts, während der andere als süddeutscher Tourist draußen vorbei flaniert und schöne Erinnerungsfotos schießt, die dann nach dem Urlaub in einem ebenso kleinen Büro am Computer betrachtet werden, während der erste nun draußen vorbei läuft und Fotos von dessen mittelalterlich verzierter Fassade schießt. Wir dokumentieren in unserer Freizeit indirekt den Stress der anderen, die hinter der Kulisse sitzen, und verbringen jede freie Minute während der Arbeit damit, uns AN DIE SCHÖNE KULISSE ZU ERINNERN. Das ist die Zombie-Kultur der Ultrapassiven, die nur aus illusionistisch-romantischen Erinnerungen besteht, aber nicht aus gelebter Lebenszeit hinter den Kulissen, wo das Theaterstück eigentlich stattfindet...

2) Der Balletttänzer probt jeden Tag stundenlang für den Auftritt in der Oper, hat aber selbst keine Zeit, um sich Auführungen anderer Tänzer anzuschauen. Ebenso der Maler, der ein Bild nach dem anderen in seinem Atelier fertigstellt, aber noch nie seine Kollegen in deren Ateliers besuchen konnte. Oder der Schauspieler, der keine Zeit hat, um ins Kino zu gehen, der Koch, der keine Zeit hat, in einem anderen Restaurant essen zu gehen, der Firmenchef, der vor lauter Überstunden keine Zeit hat, seine Millionen auszugeben, die Hausfrau, die vor lauter Kinderstress keine Zeit hat, tanzen zu gehen, ja, noch nichtmal Zeit hat, um sich als kleinen Schadensersatz die CD der Lieblingsband zu kaufen, um zuhause beim Bügeln zu tanzen. Der Taxichauffeur, der seine Fahrgäste zum angesagtesten Club der Stadt fährt, ohne jemals selbst diesen Club zwischen den Schichten zu betreten. Der Laborwissenschaftler, der am Reagenzglas festklebt, um die chemische Formel für das nächste Produkt pünktlich zu entwickeln, ein Produkt, das er nie selber kaufen wird, weil es im Laboralltag keinen Gebrauch findet. Die Ärztin, die Lehrerin, der Fabrikarbeiter sowieso: alle produzieren wie wild Kultur, aber fallen danach völlig erschöpft ins Bett. Fragen Sie mal einen Arzt, wann er das letzte Mal selbst beim Arzt war! Bestenfalls lassen sich ein paar Ergebnisse der eigenen Tätigkeit bei einem Feierabendbier vor dem Fernseher verfolgen. Sogar der Politiker, der nach dem Wahlkampf normale, vernachlässigte Einkäufe erledigt, für die er schlichtweg keine Zeit hatte, hält vielleicht Reden über menschlichere Arbeitsverhältnisse, aber hetzt dabei von einem Redetermin zum nächsten - und hat dabei trotzdem insgeheim ein moralisch schlechtes Gewissen, weil er sich überbezahlt fühlt im Gegensatz zu genauso stressigen Jobs "weiter unten" im Volk. Das ist die Verwahrlosungskultur der Hyperaktiven, die zwar Kulturwerte schaffen, aber nicht selbst konsumieren können. Die endgültige Perversion ist bei jenen erreicht, die sich selbst in ihrer Freizeit im Fernsehen zuschauen. Dann ist der Mensch zu einem KONSUMKANNIBALEN degeneriert und fühlt sich berechtigerweise wie ein autistischer Hamster im Laufrad...

3) Oder mal umgekehrt: Wann haben Sie selber zuletzt ein Buch gelesen? Ich meine damit nicht diesen Monitor, auf dem Sie jetzt meine Gedanken lesen, ich meine ein ECHTES BUCH, einen angeblichen Bestseller in angeblicher Millionenauflage! Und wieviele Menschen kennen Sie, die dieses Buch gelesen haben? Keinen? Oder einen vereinzelten? Oder vielleicht doch "sogar" zwei? Fast wollte man glauben, einem KULTURSCHWINDEL zu erliegen, damit wir unsere kollektive Vereinsamung nicht bemerken, sondern uns einbilden, gewisse Kulturgüter verbinden uns - oder zumindest alle anderen außer einen selbst, der es mal wieder nicht geschafft hat! Jeder redet angeblich darüber, aber mal unter uns: reden wir nicht nur darüber, daß angeblich so viel darüber geredet würde? Und beweisen damit nur unseren eigenen Blöff? Jetzt mal ehrlich! Gerüchte als Metagespräche! Auch eine nette Beschäftigungstherapie. Das Blablabla auf der Straße, das jeden erschöpft und anekelt, aber natürlich mit freundlicher Miene, hier wird die Höflichkeit zum absoluten Seelenkiller! Dann doch vielleicht lieber vom Wetter reden, das wenigstens wirklich existiert! Sinnlich eindeutig vorhanden. Ob die Regentropfen künstlich gemacht wurden, ob alle chemischen Wetterversuche tatsächlich eingestellt wurden, steht auf einem ganz anderen Blatt. Das Ministerium nebenan gibt Ihnen Auskunft. Heute werden zwar keine Staatsoberhäupter durch provisorisch sanierte Straßenzüge gefahren, um die Armut um die nächste Ecke zu vertuschen, aber erlauben Sie sich einmal die wirklich schockierende Vorstellung, auch wenn es vielleicht zu "verschwörerisch-paranoid" erscheint: Was wäre, wenn das gesamte Kulturspektakel nur auf dem massenmedialen Präsentieren und Dokumentieren der vermeintlichen Überevents beruht, während in echt viel weniger Menschen leibhaftig live vorort dabei waren, als man uns suggeriert? Wenn auf der Auftaktveranstaltung eines Festivals nur eine Handvoll Leute erschien, aber die Kamera die wenigen aus einem geschickten Winkel filmt, so daß der Applaus im Fernsehen nach einem unvergesslichen Augenblick klingt, den NUR SIE verpasst hätten? Und sämtliche Acts in der Festivalreihe: die geförderten Flyer und Plakate mit allen Terminen lagen ja wochenlang überall rum, dieser IMAGINÄRE KULTURTERMINDRUCK EINER "TERMINKULTUR" erzeugt in Ihnen ein Verstummen, ein Vakuum, eine Frustration, weil Sie glauben, Sie wären der einzige Mensch, der keine Kraft hätte, dort hinzugehen! In Wirklichkeit war vielleicht KEINER da außer den Freunden und Förderern des Events. Bittet man zum Beispiel am Ende eines Literaturfestivals alle Autoren nochmal auf die Bühne zum Verneigen, so lichten sich plötzlich die Reihen und niemand sitzt mehr vor der Bühne, um als "echter Rezipient" zu applaudieren, bestenfalls die Verwandten und Freunde. Die Autoren haben sich während der Veranstaltung einfach nur gegenseitig selbst applaudiert. Wieder so eine Form von Konsumkannibalismus oder Kulturinzucht. Das wird einem dann ziemlich bedeutungsschwanger als "Insiderszene" untergejubelt und wieder hat man dieses Gefühl, Outsider zu sein, permanenter Outsider von einem Kulturbetrieb, den in Wirklichkeit alle nur aus der Glotze und den Rezensionen in der Zeitung kennen. Die Frage lautet darum ganz besonders: Hat man überhaupt LUST AUF KULTUR oder ist man eigentlich doch ganz froh, einfach nur zuhause zu chillen - und: WAS müßte kulturell angeboten werden, um einen zu motivieren, rauszugehen? Vielleicht langweilen uns alle Angebote, aber der Glaube an den umjubelten Starbetrieb hypnotisiert uns derart, daß wir uns gar nicht trauen, zu denken oder gar zu fühlen, daß wir einfach gar nichts mehr fühlen, daß wir nur RUHE brauchen, RUHE IM KARTON, nichts als Ruhe - und diese unstillbare Sehnsucht klammheimlich in uns rumort, daß wir uns das "erwachsene" Leben erfüllter und aufregender, SINN-voller vorgestellt haben als diesen miesen Trip in einer Scheinfirma mit Kollegen, die wir doof finden und jeden Tag stundenlang ertragen müssen...

 

Weitere Hörbeispiele:

www.DirekteDichtung.de

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