Ausgewählte ANTIPROSA

"ich erzähle keine geschichte"

No More Neurosmog (c) De Toys, 25.4.2011 No More Neurosmog (c) De Toys, 25.4.2011

 

" DEINE SEELE IST /

NUR EINE SAMMLUNG /

UNVERGEGENSTÄNDLICHTER

/ SEHNSÜCHTE "
 

 

De Toys, 20.10.1995

(c) Entnommen aus: 'SKANDAL', erschienen in:

 

WARUM HAST DU NICHT ZUR ANDEREN SEITE GESCHAUT?

als Gedicht Nr.12, Seite 31, G&GN-Verlag 2008

Als im Artikel "HAT DER MENSCH WIRKLICH EINE SEELE" der Zeitschrift "stern" (Nr.8, 17.2.2011)  wieder einmal gezeigt wurde, wie leicht sich der Mensch dazu verführen lässt, an die pseudosensualistische Existenz einer virtuellen Realität zu glauben, nur weil er sich vor langer Zeit ein WORT dafür zunächst erfand, das er dann -um sinngemäß mit Alan Watts zu sprechen- durch das simple AUSSPRECHEN (wie eine magische Zauberformel) selber von AUßEN hört (also sich selbst beim Reden zuhört!) und darum glaubt, es entspräche einer äußeren Realität - als also dieser Artikel mich ziemlich zu nerven begann, entschied ich mich, die Rubrik "Antiprosa" ebenfalls auf meinem Jimdo-Portal mit einem Paukenschlag zu eröffnen, nämlich dem Crashkurs zu eben diesem Objekt der Begierde: der sogenannten Seele...

Eine umfangreiche Sammlung meiner Antiprosa ist auf dem KNK-Portal zu lesen, einige ausgewählte Satiren daraus außerdem auf dem NAN-Portal.

De Toys: "ZAUBERZIRKEL" (1989) De Toys: "ZAUBERZIRKEL" (1989)

"Mit meiner Bemühung, die Begrenztheit der Psyche darzutun, meine ich nun eben gerade nicht, daß es nur Psyche gebe. Wir können bloß nicht über die Psyche hinaussehen, wo und insofern es sich um Wahrnehmung und Erkenntnis handelt. Davon, daß es ein nicht psychisches, transzendentes Objekt gibt, ist die Naturwissenschaft stillschweigend überzeugt. (...) Ich muß mich mit meiner Unwissenheit begnügen. Insofern sich aber Archetypen als wirksam erweisen, sind sie mir wirklich, wenn ich schon nicht weiß, was ihre reale Natur ist. Dies gilt natürlich nicht nur von den Archetypen, sondern von der Natur der Psyche überhaupt. (...) Alles Begreifen und alles Begriffene ist an sich psychisch, und insofern sind wir in einer ausschließlich psychischen Welt hoffnungslos eingeschlossen. (...) Wir sind nämlich im tiefsten Verstande die Opfer oder die Mittel und Instrumente der kosmogonen 'Liebe'. (...) Der Mensch als Teil begreift das Ganze nicht. Er ist ihm unterlegen. Er mag Ja sagen oder sich empören; immer aber ist er darin befangen und eingeschlossen. Immer hängt er davon ab und ist davon begründet."
Carl Gustav Jung (1875-1961), 1961 in:
'ERINNERUNGEN, TRÄUME, GEDANKEN' (Kapitel: "Späte Gedanken")


 

Tom de Toys, 16.2. (9-18 Uhr) + 20.2.2010 (5-9 Uhr)

CRASHKURS "SEELE"
 (DAS STINKPARANORMALE POTENZIAL)


Und plötzlich bist Du erwachsen und nichts ist passiert. Das Wort SEELE hat nie jemand erwähnt, denn da war keine Zeit, um die Dinge "von innen" zu betrachten. Und plötzlich bist Du leer wie ein Hohlkörper. Ausgebrannt. Von den anerzogenen Lügen vergiftet. Sämtliches Wissen war nur ein auswendig gelerntes Versteckspiel. Jeder deckt jeden und täuscht mit oberflächlicher Höflichkeit großes Verständnis vor, obwohl niemand SICH SELBST versteht. Alle tun so, als sei das das echte Leben: SEELENSURROGATIS ist ein Virus, den der Mensch als Begleiterscheinung seines Zivilisationsprozesses in einem Rutsch gleich mit erfunden hat. Keine Kultur ohne Verlust der Seele! Entweder Seele oder Kultur! Aber was ist die Seele? Wo fängt sie an und wo hört sie auf? Wie lange dauert sie? Ist sie frei? Ist sie groß? Und warum? Vielleicht gibt es die Seele ebenso wenig wie die Archetypen von C.G.Jung. Oder die sogenannte Erleuchtung: Willst Du erleuchtet sein? Dann SEI ES doch einfach. Hauptsache es tut Dir gut. Denn der Spaßfaktor zählt auch auf seelischer Ebene - der seelische Spaßfaktor ist entscheidend! DIE SEELE. Da ist sie schon wieder! Das letzte Phantom menschlicher Psychologie... wieviele Modelle, wieviele Schulen, wieviele Sekten und Religionen! Die Welt ist voller Sehnsucht nach Seele. Sogar Gott hätte gern eine Seele, wenn es ihn gäbe, um nicht als philosophische Formel vor sich hin zu vegetieren. Suchst Du nach Gott? Aber wo suchst Du ihn? Wo findest Du ihn wirklich? Du suchst vergeblich, obwohl Du nichts sehnlicher wünscht als daß er mit Dir reden würde. Dir die Welt erklärt. Und alles wäre gut. Aber Du suchst vergeblich. Genauso wie nach der Seele. Oder der Welt: Auch die Welt gibt es nicht! Das ist wohl neu für Dich? Denn Du glaubst, daß Du in der Welt wohnst. Aber in Wirklichkeit BIST DU "Welt". Die gesamte unendliche Materie, die der Physiker in eine Weltformel packen möchte, ist kein Abziehbild außerhalb Deiner selbst sondern bist DU SELBST. Die Welt betrachtet sich durch Deine Augen selbst von innen. Von ganz innen. Alles betrachtet alles. Alles ist innen. Es gibt keine Welt außerhalb dieser Welt. Es gibt Unmengen innerhalb, die es noch zu entdecken gilt oder für unsere spezifischen Sinne rätselhaft bleiben. Aber sogar die zugänglichen bleiben dem Auge des Automaten verborgen, weil dieser nicht weiß, daß er ein Automat ist. Ansonsten hätte er Seele. Der feine Unterschied zwischen dem Mensch und der künstlichen Intelligenz verläuft auf einer feinstofflichen Linie direkt durch DIE OFFENE MITTE der Augen: Während der Computer gnadenlos sämtliche blinde Flecken mit den Pixeln der Umgebung ergänzt, hat das menschliche Bewußtsein diese märchenhafte Gelegenheit, sich auf die Leerstelle so sehr zu konzentrieren, daß sich der Fleck zu einem kosmischen Feld ausdehnt. Das nennt man dann den paranormalen Panoramablick durch das Ganze. In diesem Zustand gibt es kein Ich, das sieht, sondern das Sehen selbst sieht durch Deine Augen. Und sieht durch alle Dinge als wären sie ebenfalls Augen. Da ist kein Gesehenes mehr sondern alles ist sich gegenseitig Auge, um alles durch alle anderen Augen zu sehen. Die Welt erstrahlt in ihrer eigenen Grundlosen Inwesenheit und sagt ganz plötzlich: "JETZT!" Und ein Raunen geht durch die Sterne und das ganze Universum weiß von diesem Moment an um sich selbst. Das ist die Geburt der WELTSEELE als Selbsterkenntnis des Universums, daß es existiert insofern es um sich selber weiß. Obwohl es sich nicht von außen sehen kann, weil es kein Außerhalb der Unendlichkeit gibt. Das Universum erkennt sich durch jedes einzelne Bewußtsein, das zu sich selber kommt. Die grenzenlose Gesamtheit aller Augen ergibt das eine ausgehöhlte Riesenauge, das wir SEIN nennen: das zahnlose Urmonster [von heimlichen Verehrern fälschlicherweise Higgs oder Himmel genannt] verkleidet sich mit ohrenbetäubender Stille als gläserner Kosmos, aber wird dann doch dabei ertappt, wie es sich selbst verschluckt, um auf seiner umgestülpten selben Seite kurz darauf wieder zu einer schwarz glühenden Flüssigkeit geronnen in die aufleuchtenden Zellen zu dringen. Jetzt spüren die Nervenbahnen den letzten vergessenen Archetyp: DAS LOCH selber läßt unser Seelenkostüm erzittern - und seine Folgen für die menschliche Fähigkeit, ja zu sagen weil es kein Nein gibt, nachdem alles vernichtet wurde, sind noch unerforscht. Vielleicht die Vision einer Seelenkultur? Wenigstens eins steht endlich fest: Die Rückseite des Monitors ist dieselbe Vorderseite. Konrad Lorenz reloaded. Alan Watts läßt grüßen. Antonin Artaud hat zugeschaut. Und Aldous Huxleys wilder Mensch genießt die Freiheit seiner unkonditionierten SELBSTLIEBE, wenn auch unter Schock. Das Leben als Dauerkrise. Nur Engel können diese Wahrheit ohne Droge verkraften...

h-OUR-D-ist-ANCE 1 (c) De Toys, 2.4.2009 (Molecule Man & Plänterwald, Berlin) h-OUR-D-ist-ANCE 1 (c) De Toys, 2.4.2009 (Molecule Man & Plänterwald, Berlin)
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Mein kommender Best-OFF-Lyrikband: "BODENLOS VERWURZELT WIE EIN STERN" mit 88 ausgewählten Gedichten aus 2 Jahrzehnten!

HOHLAPFEL (c) De Toys, 20.9.05 HOHLAPFEL (c) De Toys, 20.9.05

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EVERGREEN: DIE NEUKÖLLNER STUNDE NULL (oder: die peinlichste Szene-Schote 2002: Was Sie schon immer mal über Ben Becker & Bertolt Brecht wissen wollten!)

Der wichtigste "schmal-lange" politische Text des Jahres 2011 als GASTBEITRAG hier: Clemens Schittko "Der nullte Kaddish" und das brandneu gastierende 2012er-Politpoem von Kai Pohl "Durchgeknallte Materie"

Mein allergrößter literarischer Mißerfolg (2003) auf nationaler Ebene: die überdadaistische Hommage an Hans Arp mit allen Hintergrunddetails!

Mein schönstes Erlebnis als Lyrik-Rezitator (2010) am 10. Weltpoesietag 21.März mit Gedichten von Hans Vogt: WORLD POETRY DAY

 

De Toys, 23.1.2009

OVERWOR(L)DED
(BE-ing NOWhere)
[12.PRAYER OF TRANSRELIGIOUS HOLeISM]

no sun no moon no galaxy
no thoughts of nothing and
no nothing no illusions and
no truth no question but
no need for answers
is the answer just
awake aware arrived
where this is
called the only THIS
AND THAT is sure
like nothing more than THIS
AND THAT turns mad
if you can't love it
like the laughter
of your lover
of your laughter
til the end of time
within this mOMent
that is touching
as you know it
now from inside
where the emptiness
turns outside
showing this is
no side never

 

De Toys, 17.1.1993

KINDHEIT

ich wachte auf
die sonne schien
und ich
fing wieder an
zu spielen

 

De Toys 1970 @ TomDeToys.de De Toys 1970 @ TomDeToys.de

 

"Auch heute noch blickt der Realist nur nach außen und ist sich nicht bewußt, ein Spiegel zu sein. Auch heute noch blickt der Idealist nur in den Spiegel und kehrt der realen Außenwelt den Rücken zu. Die Blickrichtung beider verhindert sie zu sehen, daß der Spiegel eine nicht spiegelnde Rückseite hat, eine Seite, die ihn in eine Reihe mit den realen Dingen stellt, die er spiegelt: Der physiologische Apparat, dessen Leistung im Erkennen der wirklichen Welt besteht, ist nicht weniger wirklich als sie."
Konrad Lorenz, in: DIE RÜCKSEITE DES SPIEGELS (1973)

ARATIONALER ASTRONAUT (c) De Toys, 21.1.2006 @ www.URENGEL.de ARATIONALER ASTRONAUT (c) De Toys, 21.1.2006 @ www.URENGEL.de

 

De Toys, 9.2.2005

KU(E)R-Zen!

jeden morgen
wach ich auf
und denke
es ist wirklich
ein geschenk
und wunder
noch zu leben
wieder da
zu sein
die welt
zu spüren ganz
egal in welchem
zustand
alle körper
alle kriege
sich befinden
denn der tod
kommt sowieso
viel früher und
viel schneller
als uns recht
ist jede
einzelne sekunde
lohnt sich
mit der inbrunst
ihrer kurzen
gegenwart
als ewigkeit
zu würdigen