K O N K R E T E R _ A L S _ K O N K R E T

 

DTV & T-ONLINE: 2.WETTBEWERB "LITERATUR.DIGITAL" 2002: Die EQ-FILIALE des ehemaligen G&GN-Institutsarchivs (eine der allerersten und langlebigsten Literaturseiten im Internet von 1998-2008 war 2002 offizieller Beitrag des Wettbewerbes für "Digitale Literatur" von DTV & Telekom. Hier ein Auszug aus der Pressemitteilung der Veranstalter: "FUßBALL, BADEREGELN UND QUANTENTHEORIE / Daß Fußball und digitale Literatur durchaus kompatibel sind, zeigt (...) In weit entlegenen Sphären hält sich wohl Tom de Toys auf. Denn seine "Echte Quantenlyrik" ist entweder eine riesige Gaudi oder ein literarisch-philosophisches Feld, auf dem nur wenige Auserwählte in der Lage sind zu ackern. (...) Stärker mit bekannten lyrischen Elementen arbeitet... (...) / TOM DE TOYS ECHTE QUANTENLYRIK >>Vom Expressionismus zum 'Abstrakten' war es ebensolch ein Katzensprung wie vom Impressionismus zum 'Integralen'; denn beide Einseitigkeiten bedurften des Ausgleichs zur anderen Seite: Die gegenständlich-gesellschaftskritische Seelensymbolik suchte mal wieder das reine Gefühl, allerdings ohne malewitsche Metaphysik. Und die landschaftlich-wahrnehmungskritische Sachlichkeit wechselte UNBEMERKT vom Neuen ins Erweiterte, allerdings ohne turnerne Mystik. Während beide Stile in ihren Anfängen zur Nabelschau neigten (...), führte der pollocksche Impuls bereits Mitte des 20.Jhds. zur emotionalen Konkretion, sowie die toyserne Transrealistik am Ende des 20.Jhds. zur energetischen Konzentration.<< Soweit der Autor. Wenn Sie ungefähr verstanden haben, was hier gemeint ist, sollten Sie sich den Beitrag näher ansehen. Sollten Sie nun verwirrt sein, betrachten Sie zumindest das 5.QLS als 100-Sekunden-Animation. Denn hier haben wir ein echtes Stück digitaler Literatur, das sich zwar ebenfalls nicht so einfach erschließt, aber doch neugierig auf mehr macht."

 

S-Bahn-Event: PARA-DIES-UND-DAS-AUCH-NOCH-LAUT-UND-DOPPELT, 13.10.2003 (Tom de Toys & Elisa Gallo Rosso zwischen Bhf-Zoo & Alex)
S-Bahn-Event: PARA-DIES-UND-DAS-AUCH-NOCH-LAUT-UND-DOPPELT, 13.10.2003 (Tom de Toys & Elisa Gallo Rosso zwischen Bhf-Zoo & Alex)

Dr. Egon Denkmal, 28.5.2002:

"SACHE & SINN (FORM & FREQUENZ)"

 

"Das Interferenzmuster, das die Elektronen zeigen, sind die leuchtenden Streifen auf dem Schirm, die aus den vielen einzelnen Blitzen entstehen, die durch jedes einzelne Elektron ausgelöst werden. Die Summe all dieser Blitze bildet das Interferenzmuster. Aber jeder einzelne Blitz zeigt, dass die Elektronen als Teilchen auf den Schirm auftreffen. Das Elektron ist also eindeutig sowohl Teilchen als auch Welle, ein Teilchen, das einen lokalisierbaren Ort und eine bestimmte Geschwindigkeit hat, und eine Welle, die den ganzen Raum ausfüllt - verrückt aber wahr. (...) Man sollte vielleicht vorsichtiger sagen, das Elektron ist nicht eine Welle, es verhält sich nur so - gleichzeitig ist es nicht ein Teilchen, es verhält sich nur so, und zwar je nachdem, wie wir das Experiment auslegen. (...) Der Raum, den das Elektron einnimmt, d.h. die Grösse des Atoms, stellt sich gerade so ein, dass die Gesamtenergie ein Minimum wird, d.h. die Grösse des Atoms ist eine direkte Folge der Unschärferelation." Dr. Christian Holzapfel, in:

EINE KLEINE GESCHICHTE DES ELEKTRONS (2005)

 

Dr. Egon Denkmal, 28.5.2002, Unterach am Attersee (Österreich)


SACHE & SINN (FORM & FREQUENZ)
Die QLS-Methode zur Darstellung der Unschärferelation

zwischen Text & Thema


Durch immer weitere Reduktion des alphabethischen Interferenzmusters (Buchstabensuppe) verschärft sich die konkrete Form auf eindeutige Zeichen während sich die symbolische Frequenz gegen Null verdünnt: der Sinn von Wortgruppen und Wörtern (Suppenhitze) verliert sich nach und nach im Sprachskelett einzelner Buchstabenrelikte (Elektronen), wodurch sich die optisch-akustische Sache TEXT in ein rein phonetisches Gebilde OHNE THEMA verwandelt. Dessen graphischer Erscheinungszustand nimmt keinen klar begrenzten Raum mehr ein, weil seine Haupteigenschaft aus Lücken besteht, die zu den Rändern offen bleiben. Das Wechselspiel aus Leerstellen+Restzeichen (Leere+Fülle) bei QLS-Beispielen von Siegmund Sähr, durch den fließenden Übergang vom gegenstandsgläubigen (interpretierbaren) Gedicht zur grundlos glücklichen (intonierbaren) Quantenlyrik, dient als METAPHER FÜR MATERIE auf quantenmechanischer Ebene, wo Geschwindigkeit & Standort (Wellen- & Teilcheneigenschaften) nicht gleichzeitig definierbar sind – die Poesie ist damit endlich unterwegs von "leidenschwerer" klassischer Statik hin zu "luftleichter" kybernetischer Multiperspektivität! Herzlich willkommen im vorläufig virtuellen Zeltlager auf der Durchreise in die Zukunft...

 

SKIZZE: Paradies-Waggon der historischen weissen S-Bahn im Berliner Herbst 2003
SKIZZE: Paradies-Waggon der historischen weissen S-Bahn im Berliner Herbst 2003

Die einzige gemeinsame Performance von Elisa Gallo Rosso (Schauspielerei/Gesang) und Tom de Toys (Dichtung/Sprechgesang) kombinierte akustische Methoden von Geräuschen bis Melodien. Ihre archetypische Lautmalerei fand in dem Sonderzug statt, dessen Fenster mit grünen "QUAntisilben" sowie einem "Ü" des Quantengedichtes "RAD" gestaltet wurden. G&GN-Institutsmitarbeiter Siegfried Sühd (EQ-Filialleiter) hatte es speziell durch Isolation bestimmter Buchstabenfragmente gemäß der Methode des quantenlyrischen Primärexperimentes aus dem Originalgedicht "PARADIES" von Tom de Toys herausgeschnitten.
The first joint performance by Elisa Gallo Rosso (actress/singer) and Tom de Toys (poetry/spoken word) combined acoustic methods ranging from noise to melodies. It took place in the special train, whose windows were decorated with green anti-syllables as well as with an "Ü" of the quantum-poem "RAD". G&GN Institute staff member Siegfried Sühd (EQ-frachise manager) had cut them out from the original poem "PARADISE" by Tom de Toys by isolating certain letter fragments according to the methods of the primary quantum-lyrical experiment.

 

"Der oft verzweifelt wirkende Ernst, der über angestrengten verbalen Versuchen unserer Tage liegt, sein mitunter spastischer Charakter, der zu merkwürdigen Beklemmungen und Verklemmungen führt, zu einer Verbissenheit, die etwas Furchterregendes und etwas Rührendes zugleich an sich hat, sind Symptome für Veränderungsvorgänge großen Stils. Sie ereignen sich hinter der Bühne, auf der gut oder schlecht, aber jedenfalls ununterbrochen agiert wird, indem man sich den Umdrehungen und der wachsenden Geschwindigkeit der Umdrehungen des lyrischen Perpetuum mobile anschließt und sich eine Weile herumschleudern lässt. Aber man kann darauf auch anders reagieren und hat es getan. Man kann sich lockern auf eine Weise, wie dies bisher nicht für möglich gehalten wurde. Man gibt damit dem methodischen Ernst den Abschied und erleichtert sich, indem man 'spielt'. (...) Das Spiel hat - wie anderes - seine Manier. Aber es leistet sich diese Manier unbefangener als andere Manierismen, einfach deshalb, weil die unwiderstehliche Quicklebendigkeit, die ihm innewohnt, die Widerstandshürden, die Hindernisse, die ein Bedenken errichtet, eher nimmt und hinter sich lässt. Das Spielerische macht sich oft dann frei, wenn irgendeine Pression vorhanden ist. Das Spiel als Ventil also? Als Gegendruck? Als antispastisches Mittel? (...) Aber heute versucht man sich auf das zierlichste und vollkommenste mit der Herstellung eines verbalen Gleichgewichtes mit Hilfe verbaler Mitwilligkeit und kann dabei in Untiefen stürzen, die schlimmer sind als der Sturz in frühere Höllen. Dem Spieler wird heute mitgespielt. Er muss auf sein Spiel achten, dass es nicht unversehens wieder mit ihm Ernst werde, bitterer Ernst." Karl Krolow, in:

ASPEKTE ZEITGENÖSSISCHER DEUTSCHER LYRIK (1961)

 


Objektlyrik-Mobilé-Installyrik: "PARA-DIES-UND-DAS", seit 10/2003
Objektlyrik-Mobilé-Installyrik: "PARA-DIES-UND-DAS", seit 10/2003

 

AUS DEM KUNSTKATALOG DER PARADIES-AUSSTELLUNG:

 

T.de.T. schrieb am 6.3.1993 das Gedicht "PARADIES" [mit den Zeilen "kriege führt man nur / gegen sich selbst" sowie "wir lecken dann / gläsern die körper"], woraus Siegfried Sühd am 11.6.2003 sein 8.QLP-Quantengedicht "RAD" formte [in dem dann die Zeilen lauten: "EG HR AN UR / EG IC LB" sowie "IR EC AN / ÄS IE ÖRP"]. Alle 53 "QUAntisilben" wurden fur die Rauminstallation auf transparente Folien kopiert, 14 [plus zwei lose Buchstaben "Ü"] waren in neongrün auf den S-Bahn-Fenstern zu lesen. T.de.T. entwickelte die QLP-Methode am 11.1.2001 im Auftrag der "Performance Impulse SÜHD" [Rolf Langhans].

At the 6th of March in 1993 T.de.T. wrote the poem "PARADISE" [with the lines "wars are only waged / against yourself" and "then we lick / the bodies like glass"]. On June 11th 2003, Siegfried South then used special isolated parts of the poem to form his 8th QLP-quantumpoem. For the bunker installation, all of the 53 quantum particles were copied onto transparent plastic films. 14 particles [plus 2 single letters "Ü"] were applied to the subway-windows of the Paradise S-Bahn train in neon green. T.de.T. developed the QLP-method on January 11th in 2001 on behalf of the "Performance Impulse SÜHD" [Rolf Langhans].

 

 

Weitere Hörbeispiele:

www.DirekteDichtung.de

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