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IN ELLER DICHTET MAN SCHNELLER: PDF-PUBLIKAT "HYSTERiE HELAAF!"

“gedichte sind nur noch gedichte … alle geister sind angestellte der werbung” Bruno Brachland

HYSTERiE HELAAF! 15 Gedichte gegen die Betriebsamkeit von Tom de Toys (mit Ä.Ä. & B.B.) 1993-2015 im G&GN-Verlag
Sorgfältig ausgewählte Very Best Of zum SEHR LAUT Brüllen... PDF-Erstveröffentlichung am 7.3.2012 in Eller Süd, überarbeitet und aktualisiert am 28.6.2013 in Jülich nach der Beerdigung des Nahbellpreisträgers KARL-JOHANNES VOGT. Dann um 2 Gedichte erweitert am 12.8.2015 - jetzt in der 3.Auflage!
HYSTERiE HELAAF 1993-2015 3.Auflage 12.8
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"Der Kernpunkt der Erfahrung scheint die innere Gewißheit zu sein, daß das unmittelbare JETZT, wie immer es geartet sein mag, das Ziel und die Erfüllung allen Lebens ist. (...) Solche Erfahrungen beinhalten dann also, daß unsere normale Sicht und Einschätzung der Welt ein subjektiver, aber kollektiver Alptraum ist. Sie suggerieren, daß unsere gewöhnliche Realität - wie wir die Welt etwa an einem Montagmorgen erleben - ein Gefüge ist aus verstaatlichter Konditionierung und Repression, ein System selektiver Gleichgültigkeit, durch das uns gelehrt wird, Aspekte und Verbindungen in der Natur zu verdecken, die nicht mit den Spielregeln des zivilisierten Lebens übereinstimmen."
Alan Watts, in: Dies ist ES - Über Zen und spirituelle Erfahrung (1958)


Wem die mystischen "Best of" von Tom de Toys ("DAS GROßE STAUNEN") gefallen, könnte jetzt einen kleinen Schock bekommen, wenn er diese Ergänzung dazu liest: "HYSTERiE HELAAF!" heißt das PDF-Machwerk zum kostenlosen Download und verspricht im Untertitel 15 Gedichte "gegen die Betriebsamkeit" aus den Jahren 1993 bis 2015. Darin finden sich "sorgfältig ausgewählte" Langgedichte von De Toys und seinen beiden Mitarbeitern Ärwin Ängstirn & Bruno Brachland, die man teilweise bereits aus anderen Bezügen kennt - und die alles andere als mystisch, esoterisch oder sonstwie beruhigend wirken... So wurde das "Wutgedicht" ÜBER-B-WERTUNG zum Beispiel von stan lafleur in den Akten der ehemaligen Rheinischen Brigade veröffentlicht und ÜBERSCHREI vom Tacheles-Künstler Tim Roelofs in seine Pariser Rauminstallation integriert. Den Auftakt macht das legendäre SocialBeat-inspirierte Poem INFLATION, das leider nur bruchstückhaft im Kultbuch "Von Acid nach Adlon und zurück" (Johannes Ullmaier, Ventil Verlag 2001, Neuauflage geplant!) vertreten ist, dafür aber als hochwertige Hörversion im G&GN-Institut heruntergeladen werden kann. [EXTRAINFO: Das Gedicht SKANDAL wurde von Max Würden für die uep-CD/DVD vertont: "DAS WORT IST EIN VIRUS IN DER AUTOMATIK DER STÄDTE" und damals auf der popkomm live aufgeführt] Krönendes Schlusslicht macht das topaktuelle Antigedicht NEUROLOGISCHE DESILLUSIONIERUNG, das bislang nur in den Kommentarfeldern einiger Facebook-Gruppen seine digitale Erstveröffentlichung erfuhr!

 

(Vergleiche auch die Pressemeldung in der

LYRIKZEITUNG 8.3.2012 Ticker-Nr.29:

"Neuropolitik Teil V: Das große STAUNEN ist das eine,

das große FLUCHEN das andere!")

 

Bruno Brachland Nr.68, 31.7.2015:

"NEUROLOGISCHE DESILLUSIONIERUNG"

ich habe vergessen warum man gedichte schreibt ich habe vergessen wozu man gedichte schreibt ich habe vergessen warum und wozu und wie man gedichte schreibt ich habe verlernt wie sich gedichte von selber schreiben ich frage mich andauernd was soll man denn schreiben was soll man schreiben was soll man schreiben was soll man schreiben ich sehe die welt und ich sehe die menschen ich sehe die sterne und die natur alles ist da alles existiert alles hat einen namen und alles verschwindet die liebe die sehnsucht die hoffnung und gott jede blume die blüht jedes baby das schreit jeder soldat der verteidigt jeder präsident der betrügt jedes volk das verzweifelt jede tierart die ausstirbt jedes essen das sättigt jede sportart die spaß macht das ganze leben das ganze universum das ganze sein ist nur vorläufig vorhanden ist nur in dieser sekunde in diesem einzigartigen augenblick jedes problem erledigt sich irgendwann ganz von selbst es verschwindet und hinterlässt keine spur jeder mensch der jetzt jammert wird irgendwann nie wieder jammern und jeder mensch der keine sorgen hat wird irgendwann nie wieder keine sorgen haben ich rede hier nicht vom normalen tod der sowieso irgendwann kommt sondern davon daß auch der tod irgendwann nicht mehr kommt weil einfach gar nichts mehr kommt wenn alles verschwindet wenn alles weg ist wenn die unendlichkeit in ihre eigene leere zurückkehrt das ganze treiben im hauptbahnhof das ganze treiben über die weltmeere die partys und die parolen die ängste der hass und der neid die gefahren und alle gedanken alle gedanken sind nur gedanken über gedanken über gedanken was soll ich schreiben was soll ich schreiben was soll ich schreiben was soll ich schreiben wenn wörter nur wörter sind wie rosinen rosinen galaxien galaxien und kaulquappen kaulquappen gedichte sind nur noch gedichte das göttliche badet nicht mehr in buchstaben der sprachschaum besteht nur aus hörbarer luft alle geister sind angestellte der werbung

POLITISCHE POPLYRIK

LYRIKZEITUNG 13.8.2015 / Im Kultbuch “Von Acid nach Adlon und zurück” untersuchte Johannes Ullmaier 2001 den Unterschied zwischen echter Pop- und seichter Popperliteratur. Im letzten Kapitel über Slampoetry war ein Auszug aus dem Gedicht “INFLATION” zu hören. Es stammt von 1993 und eröffnet die PDF-Publikation “HYSTERiE HELAAF!” von Tom de Toys, die nun in einer erweiterten 3.Auflage vorliegt. Das Finale bildet das aktuelle Antigedicht seines Pseudonyms Bruno Brachland. Während der Untertitel in den ersten beiden Auflagen noch lautete “Gedichte zum Mondanheulen” heißt es jetzt: 15 Direkte Gedichte gegen die Betriebsamkeit. De Toys zählt zu einer Mikroszene politischer Dichter, die vom Feuilleton nicht nur totgeschwiegen werden, sondern weit schlimmer: deren “engagierte” Literatur dank der Ignoranz der Medien angeblich gar nicht existiert. Der Ruf nach einer fehlenden Politisierung ist zwar wieder in Mode gekommen, aber die diesbezüglichen Dichter, die nie unpolitisch waren und seit Jahrzehnten gesellschaftskritische Lyrik publizieren, bleiben unbeachtet, weil der biedere Blick nicht über den Tellerrand von Preisträgern und Standardanthologien hinausreicht. Dabei liegt die Wahrheit manchmal nur einen Mausklick entfernt…

 

Weitere Hörbeispiele:

www.DirekteDichtung.de

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