Neuropolitik-Manifest 2006: "MANIFeST DeR GeNeRATION GeGeNWART & eWIGKeIT"

J E D E R  M E N S C H   I S T   E I N E   L E G E N D E  ! ! !

Kosmisches Feuer & Irdisches Wasser (c) De Toys, 17.4.2011 (Carl-Herz-Ufer, Berlin)
Kosmisches Feuer & Irdisches Wasser (c) De Toys, 17.4.2011 (Carl-Herz-Ufer, Berlin)

"Wir sind eine große und mächtige Gemeinschaft, die neuen Nomaden, und unsere Reisen führen uns an jenen utopischen Ort aus uralter Zukunft. (...) Konventionelles Wissen sagt, es sei unmöglich, dieses Ziel zu erreichen. Unser radikaler gesunder Menschenverstand sagt uns, wir wären Narren, wenn wir es nicht versuchen würden. (...) Ab einem bestimmten Punkt ist alle Bildung Selbstbildung. Wir lernen nur langsam Neues, es sei denn, wir entscheiden uns dafür. (...) Die Menschen, die in der Gegenwart das Neue Zeitalter sehen, haben zumindest in einem Punkt Recht: Nie zuvor gingen so viele Menschen visionären Künsten nach, die in der Vergangenheit reichen Bevölkerungsschichten mit viel Müßiggang und der religiösen Elite vorbehalten waren. (...) Es ist kein Zufall, dass in diesem Augenblick der Geschichte, wo nur eine Armee von Visionären die Welt retten kann, so viele neugierige Seelen geboren werden."
Marilyn Ferguson, in: DIE SANFTE REVOLUTION (2005)

 

 "Die empfundene Verwirrung, Vorsicht und Einschüchterung erreicht uns aus der Vergangenheit ... nicht aus der naturgemässen Vergangenheit, sondern aus der kulturellen. Kein Wunder, können wir im Rahmen unserer kulturellen Erziehung Transformation und evolutionäres Bewusstsein nicht in Erwägung ziehen. Aber verschafft uns dies das Recht, stillzustehen ... WEITERHIN unsere persönliche Kraft dem archaischen Gefängnis unserer Kulturgeschichte zu überlassen? (...) wir alle sind Fachleute des Zwecks, des Ziels und der 'Erledigung von Dingen'. Wir sind eher Fürsprecher unserer Technologien als unseres Seins. (...) In der Natur gibt es nur das Sein - nie ein Erlangen. Die Spiritualität des Menschen muss schliesslich mit der Spiritualität der Natur eins werden. (...) Die Kultur bemüht sich, das Individuum aus dem Evolutionsprozess herauszulösen. Heute besitzen wir das Bewusstsein, um die Verdrehtheit dieser Sachlage zu erkennen. (...) Die Kultur pflegt uns Leitern zu geben, wenn wir Bäume benötigen, Vernunft, wenn uns nach Mythen verlangt, und Isoliertheit, wenn Ganzheit vonnöten wäre. (...) Die Gnade, sich mit allem zu vereinigen, was ist, was war und was sein wird." Bob Samples, in: DER GEIST VON MUTTER ERDE (1981)

 

Sebastian Nutzlos, 18.3.2006
(1.G&GN-Vorsitzender des Instituts für Ganz & GarNix seit 1990)
als 5.Rede für die Kulturpartei im Auftrag von Tom de Toys

MANIFeST DeR GeNeRATION GeGeNWART & eWIGKeIT


ich gehöre zu einer generation die keine gewalt benötigt
um sich sicher genug zu fühlen oder ihre ziele durchzusetzen
ich gehöre zu einer generation
die das leben als solches in seiner gesamten vielfalt liebt
ich gehöre zu einer generation die nicht nur an ihr eigenes wohl denkt
sondern den sehnsüchtigen wunsch verfolgt
daß die menschheit als ganze mit sich selber frieden schließt
ja ich gehöre zu dieser generation
die sich schon seit jahrtausenden lächerlich macht
weil die meisten zeitgenossen aller kulturen
angst haben vor so viel WAHRHEIT UND EHRLICHKEIT
ich gehöre also zu einer generation

die noch nie ernst genommen wurde
und deshalb in museen und bücherregalen verstaubt aber
ich gehöre nicht ohne stolz zu dieser generation
denn wir sind die einzigen die

durch die geschichte hindurch überleben
die sämtliche gesellschaftswandel überstehen
die niemals an sich selber zweifeln obwohl wir fast an der welt verzweifeln
wir sind die generation E wie ewigkeit E wie ekstase und E wie empathie
wir sind die opfer der geistig schwachen die opfer der seelisch verkümmerten
meine schwestern und brüder wurden gefoltert und ermordet
unser friedhof ist gut über die ganze erde verteilt
wir sind die geheime mehrheit und vermehren uns tagtäglich weiter
mit jeder folter und jedem mord wächst diese generation ins unermeßliche
die ewigkeit rückt jede sekunde näher wer uns verbietet wer uns verlacht
hat die größe des universums noch nicht erkannt
und die schönheit der unzähligen kleinigkeiten darin
unser einziges ziel ist die gegenwart
unser großes gemeinsames aufwachen
wer einem von uns seine lüge aufzwingt
verstärkt die angstlosigkeit vieler anderer und
es kommt der tag an dem die uhren nicht mehr ticken
es kommt die stunde der zeitlosigkeit
wo jeder an dem punkt wo er gerade steht
nur noch bis plus minus null zählen kann
an jenem unendlichen tage in dieser stunde
werden sich FEINDE WIE FREUNDE in die augen schauen
und sich wundern wie einfach alles ist
wenn die angst verschwindet und

die freude am anderen überhand nimmt
denn dann reichen sich alle still stehenden menschen
die hände zur endlosen begrüßung und
diese berührung wächst wie eine spirale aus tiefster vergegenwärtigung
dieses höchsten momentes aus glasklarer gegenwart
wächst eine fruchtbare galaxie aus immer weiteren gegenwarten
und keiner braucht mehr auf die ewigkeit zu warten
wir gehören jetzt alle zu dieser ewigen generation
und generieren die gegenwart in ihrer vollen größe
von gegenwart zu gegenwart zu gegenwart

 

 

"Die echten Gestalter und Deuter des Lebens aber werden auch im Reich der Zukunft nicht Ausrufer und Plakatmaler von Programmen sein, (...) und wenn man sie terrorisieren und gegen ihr Gewissen gebrauchen will, werden sie es vorziehen sich totschlagen zu lassen, statt Verrat am Geist zu üben. (...) Denn wir sind nicht nur Anhänger des Schönen und Liebhaber des Spieles, sondern wir sind auch Diener und Handwerker, wir haben von vielen Generationen her Formeln und Gesetze unsrer Übungen vererbt bekommen..."
Hermann Hesse, in: BRIEF AN EINEN KOMMUNISTEN (1931)

 

"Die imperative Kraft der Kultur beruht auf der Überzeugung der Aktoren, die die überlieferten Deutungs-, Wert- und Ausdrucksschemata benutzen, erproben und fortbilden. Aus der Sicht kommunikativ handelnder Subjekte kann sich hinter dem kulturellen Symbolismus keine fremde Autorität verbergen. Die Lebenswelt bildet in der Handlungssituation einen nichthintergehbaren Horizont; sie ist eine Totalität ohne Rückseite."
Jürgen Habermas, in: Theorie des kommunikativen Handelns (1988)

"Als Psychotherapeutin glaube ich, daß wir die Integrität unserer Visionen anerkennen und sie als eine Möglichkeit betrachten sollten, Zugang zu einem äußerst genialen Teil unseres Selbst zu erhalten. (...) Es gibt keine Elite, der dieses Geschenk gehört - der Samen dazu ist in uns allen angelegt. Um seine Früchte zu ernten, müssen wir als erstes das unbegrenzte Ausmaß unserer Möglichkeiten erkennen und jedem entgegentreten, der darauf besteht, uns klein machen zu wollen. Daß wir begrenzte geistige Wesen sind, ist ein Mythos, der seine Wurzeln in Ignoranz und falschen Vorstellungen hat: Jeder von uns hat unendlich viele Facetten, ist ein leuchtendes Wesen mit ungeahnten Möglichkeiten."
Judith Orloff, in: JENSEITS DER ANGST (1995)

"Wissenschaft und Religion reden beide vom gleichen Universum, jedoch benutzen sie eine verschiedene Sprache. Allgemein gesagt, beziehen sich die Feststellungen der Wissenschaft auf Vergangenheit und Zukunft. Der Wissenschaftler beschreibt Ereignisse. (...) Auf der anderen Seite beziehen sich die Feststellungen der Religion auf die Gegenwart. (...) Von diesem anderen -und nach unserer Ansicht tieferen- Gesichtspunkt her, ist Religion nicht ein System von Voraussagen. Ihre Lehren befassen sich nicht mit der Zukunft und dem Andauernden, sondern mit der Gegenwart und dem Ewigen. (...) Wenn du aber Theologen fragst, was sie mit dem ÜBERNATÜRLICHEN meinen, verfallen sie sofort in eine wissenschaftliche Sprache. (...) Das fängt an, wie etwas Psychisches zu klingen, von der gleichen Gattung wie die Phänomene der Telepathie, der Hellseherei und Gedankenübertragung. Und doch ist das nichts weiter als einfacher Naturalismus; es ist sogar nur Pseudo-Wissenschaft. Denn sowohl Wissenschaft wie Naturalismus sind nicht notwendigermaßen nur mit den für die Sinne wahrnehmbaren Dingen beschäftigt. Niemand hat je Elektronen oder Quanten gesehen oder ist fähig gewesen, ein greifbares Bild gekrümmten Raumes zu konstruieren. (...) In diesem Sinne haben die alten Metaphysiker vollkommen recht, wenn sie sagen, daß das ganze Universum ein Produkt des Geistes ist. Sie meinen das Universum der DINGE. Andererseits besteht die übernatürliche und absolute Welt aus der geheimnisvollen Wirklichkeit, die wir so benannt, geordnet und eingeteilt haben. Dies ist kein Erzeugnis des Denkens. Und doch gibt es kein Mittel, W A S sie ist, zu beschreiben oder zu bezeichnen. Jeden Augenblick nehmen wir sie wahr, und sie ist unser Gewahr-Sein. (...) Jetzt jedoch sollte verständlich geworden sein, daß ewiges Leben die Erkenntnis ist, daß Gegenwart die einzige Wirklichkeit ist (...) Der Augenblick ist 'das Tor zum Himmel', der u'gerade und enge Weg, der zum Leben führt'/u, denn darin ist kein Raum für das abgesonderte 'ICH'. Bei dieser Erfahrung gibt es niemanden, der die Erfahrung erfährt. (...) Man könnte ganze Seiten der geistigen Literatur aller Länder und Zeiten zitieren, um zu beweisen, daß das ewige Leben in diesem Sinne verstanden worden ist. (...) Solange das Gefühl besteht, daß ein 'ICH' diese Erfahrung hat, ist der Augenblick nicht alles. Ewiges Leben wird verwirklicht, wenn die letzten Spuren eines Unterschiedes von 'ICH' und 'Jetzt' verschwunden sind - wenn es nur mehr 'Jetzt' gibt und sonst nichts."
Alan Watts, in: WEISHEIT DES UNGESICHERTEN LEBENS (1951) 

  "Auch wenn wir am Ende eines umfassenden Rationalisierungsprozesses notwendig zum modernen 'Fachmenschentum', zum systemkonformen, verunpersönlichten und zivilisierten 'Funktionieren' verpflichtet sind, bleiben wir als 'Kulturmenschen' zugleich sinnstiftende und wertende Wesen, welche die Welt unter bestimmten kulturellen 'Wertideen' wahrnehmen. (...) Es kann also nicht um ein Nullsummenspiel gehen, bei welchem Fach- und Kulturmensch, Zivilisation und Kultur, System und Lebenswelt gegeneinander ins Rennen geschickt werden, sondern vielmehr um eine Klärung des gegenseitigen Verhältnisses. (...) Einig sind sich Kant und Nietzsche darin, dass erstens die 'Kultivierung' des Menschen nur unter der notwendigen Bedingung der 'Zivilisierung', d.h. der äußerlichen Artigkeit und Anständigkeit bezüglich der herrschenden Bräuche und Institutionen, und zweitens vermöge der Unterstützung durch die Medien der Kunst und Wissenschaft vonstatten gehen kann. Drittens stehe aber die hinreichende Kultur-Bedingung in Abhängigkeit von der Politik, welche grundsätzlich weder der techno-ökonomischen Struktur noch der lebensweltlichen Kultur zugerechnet wird. (...) Eine 'Moral des Vergnügens' [Bell], eine hedonistische 'Eventkultur' [Schulze] und eine neue 'Ideologie der Intimität' [Sennett] münzen hartnäckig sämtliche moralisch-kulturellen und politischen in psychologische Kategorien um, sodass nicht ohne phänomenale Triftigkeit das 'Ende der öffentlichen Kultur' und die 'Tyrannei der Intimität' ausgerufen werden. (...) Wo alles nach Entblößung, Nähe und Fun schreit und das zentrale kulturelle Phänomen die narzisstische Zurschaustellung von Privatheit, von Intimität wie paradigmatisch in Chéreaus Film 'Intimacy' zu sein scheint, der 2001 den Goldenen Bären der Berlinale gewann, verbleiben als Ziele im öffentlichen Leben für Politiker wie Philosophen lediglich persönliche Annehmlichkeit und Karriere. Bei politischen Vertretern der Öffentlichkeit interessieren mehr ihre Affären, die von ihrer Rhetorik heraufbeschworene Wärme und Sanftheit sowie die Einfühlsamkeit eines 'therapeutischen Politikers' à la Clinton als ihr gesellschaftliches Engagement und das tatsächliche Handeln. (...) Eine persönlichkeitszentrierte Politik, die sich dergestalt von der Realität entfernt und in den Dienst der Publikumsrührung stellt, statt die Öffentlichkeit an wichtigen Entscheidungen aktiv teilnehmen zu lassen, ist fraglos unverantwortlich, ist in Sennetts Worten 'obszöne Politik'. Zeitigt eine Kultur, die nicht mehr um mitteilbare geistige Inhalte und politische Traktate, sondern um individuelle psychische Befindlichkeiten kreist, nicht notwendig völlige Desorientierung? (...) Wo man meint, kulturelle Werte in sich selbst begründen zu können (...), ist eine Sinn- und Identitätskrise absehbar."

Dagmar de Sauvage, in: "Krise der Philosophie" (2002)

 

 

FOTO-ERLÄUTERUNG: Carl Herz (1877-1951): Am 10. März 1933 wurde er von der SA als jüdischer Bürgermeister gewaltsam aus dem Amt gejagt und öffentlich misshandelt. 1939 emigrierte er mit seiner Familie nach London, wurde 1940-1941 als Deutscher inhaftiert und war danach für die internationale Gruppe "Fight for Freedom" tätig. Nach Kriegsende beteiligte er sich an der Formulierung der Vorschläge für die Potsdamer Konferenz. 1946 übersiedelte er nach Palästina. 1965 wurde in dem von ihm bis 1933 geleiteten Berliner Bezirk Kreuzberg das Carl-Herz-Ufer benannt.

Weitere Hörbeispiele:

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