Poemie: ZEN

"Strenggenommen gibt es keine Zen-Meister, weil Zen nichts zu lehren hat. Seit Urzeiten haben diejenigen, die Zen erfahren haben, Möchtegern-Schüler von sich gewiesen, nicht nur, um deren Aufrichtigkeit auf die Probe zu stellen, sondern um eine offene Warnung auszusprechen, daß die Erfahrung des Erwachens (satori) nicht durch Suchen gefunden werden kann und in keinem Fall etwas ist, das man sich aneignen oder kultivieren kann."
Alan Watts, in: Anmerkung zu BEAT-ZEN, SPIEßER-ZEN UND ZEN (1958)

 

"Ich erkläre hiermit, daß ich selbst Za-zen treibe, sogar sehr häufig, doch ohne den Zwang zur Regelmäßigkeit und ohne die Vorstellung, daß ich dadurch weiser werde, sondern aus reiner Freude am Stillsitzen."
Alan Watts, in: ZEIT ZU LEBEN (1972/1984, IN MY OWN WAY)

 

"Die Form der Spiritualität ist eine Geschmackssache - es kann sich dabei um Religion im traditionellen Sinne handeln oder nicht. Schließlich hat das Geistige seit jeher zahllose Gesichter und Namen gehabt: Gott, Göttin, Jesus, Buddha, Adonai, Tao, Vater, Mutter Erde oder Liebe. Doch für einige von uns mag es namenlos sein, die Stille in der eigenen Seele. Wie auch immer sie aussehen mag, durch unsere Verbindung mit dieser sublimen Gegenwart voller Mitgefühl beginnt sich unser Bewußtsein auszudehnen. Wir werden offener, dem Übersinnlichen gegenüber empfänglicher. (...) Medial zu sein heißt nicht, daß wir erleuchtet oder irgendetwas Besonderes sind. Wenn wir uns an hellsichtige Wahrnehmungen gewöhnen, werden sie ein vollkommen natürlicher Teil unseres Lebens, obwohl unsere Kultur in dieser Hinsicht nur wenig Unterstützung bereithält. (...) Die Freiheit, so hoch zu fliegen und so tief zu tauchen, wie mein Geist mich führt; unerschrocken und stolz meine eigene Wahrheit auszudrücken."
Dr. Judith Orloff, in: JENSEITS DER ANGST (1996)

CYBUDDHAM (c) De Toys, 24.12.2011 @ Provinzialplatz (Düsseldorf-Deichsee)
CYBUDDHAM (c) De Toys, 24.12.2011 @ Provinzialplatz (Düsseldorf-Deichsee)

 

Tom Toys, 12.12.1991

ZEN

keine feste erde mehr
doch fehlt der raum mich aufzulösen
bin im körper angezogen
von der luft getragen
durch das licht ist es so weit
ich kann nicht stehen
kann nicht sitzen
muß mich finden hier
im spiegellosen
mensch aus tausend ländern
zwingt mich
meine haut zu retten
falle falle
laufe los
mein schicksal soll
sich heute ändern
werde mich
im winde betten
der fluß ist da
und leer

 

MUSCHELMASSE (c) De Toys, 20.11.2011 @ Fleher Karibik (Ddorf-Volmerswerth)
MUSCHELMASSE (c) De Toys, 20.11.2011 @ Fleher Karibik (Ddorf-Volmerswerth)

 

 

"Wollen wir ernstlich auf den Grund des Lebens hinabtauchen, so müssen wir die uns lieben und gewohnten logischen Schlüsse opfern und uns einen neuen Weg der Betrachtung eröffnen, auf dem wir der Tyrannei der Logik entrinnen und ebenso der Einseitigkeit unseres alltäglichen Sprachgebrauchs. So paradox es klingen mag, Zen besteht darauf, daß wir den Spaten in leeren Händen halten sollen, und daß es nicht das Wasser sondern die Brücke ist, die unter unseren Füßen dahinfließt. (...) Zen will, daß wir einen völlig neuen Standpunkt erreichen, der es uns gestattet, in das Mysterium des Lebens und in die Geheimnisse der Natur Einblick zu gewinnen. Dies ist vonnöten, weil Zen zu der endgültigen Überzeugung kam, daß unsere gewohnte logische Denkweise unfähig ist, unsere tiefsten geistigen Bedürfnisse wirklich zu befriedigen. (...) Diese Brechung der Tyrannei von Namen und Logik ist gleichzeitig eine geistige Befreiung, denn die Seele ist nicht länger im Zwiespalt mit sich selbst. Indem wir die intellektuelle Freiheit gewinnen, gelangt unsere Seele in den Vollbesitz ihrer selbst. Geburt und Tod quälen uns nicht länger, denn es gibt nirgends in der Welt in Wirklichkeit eine solche Zweiheit, wir leben vielmehr gerade durch den Tod. (...) Hier setzt die Umwälzung ein. Wir haben nun den Punkt erreicht, von dem aus die Welt sozusagen von innen her gesehen wird."
Daisetz Teitaro Suzuki, in: DIE GROSSE BEFREIUNG

(1958/1969, mit einem Geleitwort von C.G.Jung)

 

"Zu viele Menschen haben den Bereich des Übersinnlichen zu Zwecken der Kontrolle und Manipulation und aus Gier nach Macht ausgebeutet. Ist es daher ein Wunder, daß in den meisten westlichen Kulturen alles Übersinnliche in Mißkredit geraten ist? Von den Medien sensationalisiert, von der traditionellen Wissenschaft verhöhnt, von Intellektuellen zunächst als unwahr abgetan, dann wieder als heilig bezeichnet, muß das Übersinnliche neu definiert werden. Es erlaubt uns, tiefere Beziehungen miteinander einzugehen, mit Respekt und Mitgefühl, und uns zu einer gemeinsamen Kraft zu verbinden. (...) Doch dauerhafte Heilung kann nur stattfinden, wenn ein Lehrer Quellen aktiviert, die bereits in uns vorhanden sind - und nicht, indem er behauptet, es für uns tun zu können und damit eine falsche Abhängigkeit schafft. (...) Die Macht eines wahren Heilers liegt in seiner Gabe, Ihre eigene Kraft zu stärken."
Dr. Judith Orloff, in: JENSEITS DER ANGST (1996)

 

"Ich glaube, daß der unendliche Weltraum von Leben strotzt und von Leben durchpulst ist. Ich glaube, daß der Staub unter meinen Füßen lebt und daß das Wort TOD das einzige Wort unserer Sprache ist, das eine Unmöglichkeit bezeichnet. (...) Die vereinigte Gebetskraft zehn reiner und ergriffener Geister dringt in jenes höhere Geistesreich hinauf, das die Bedingungen der irdischen Rettung schaffen kann. Denn Wunder gibt es nicht. Was wir Wunder nennen, ist das Ergebnis der Wirksamkeit von Gesetzen, die wir noch nicht kennen. (...) Es gibt eine Wissenschaft der Ruhe. Etwas von dieser Wissenschaft besteht darin, sich gar keiner Sorge hinzugeben und das Denken von allen Dingen abzuziehen, die sonst unseren Geist am meisten beschäftigen mögen. So wird Erholung und Erneuerung lang gebrauchter oder übermüdeter Organe möglich."
Prentice Mulford (5.4.1834-27.5.1891), in:

DER UNENDLICHE GEIST DES GUTEN

(1886, The Infinite Spirit of Good)

PHOTONENBAHN (c) De Toys, 16.10.2011 @ Rummelsburger Bucht (Berlin)
PHOTONENBAHN (c) De Toys, 16.10.2011 @ Rummelsburger Bucht (Berlin)

Weitere Hörbeispiele:

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